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E-Health

„Keine Alleingänge von Krankenkassen“

Ärzte üben Kritik an digitaler Komplettversorgung von Corona-Patienten durch TK
veröffentlicht am 30.04.2020 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Krankenschein-AppKrankenschein-Appbased on Artwork of Jannoon 028 / freepik
Zum ersten Mal hat eine große deutsche Krankenkasse ein eigenes medizinisches Komplettangebot – von der Diagnose bis zum Apothekenrezept inklusive Krankenschein – bereitgestellt. Die Zielgruppe: SARS-CoV-2 infizierte Versicherte. Bei der Ärzteschaft läuten die Alarmglocken.    

2020-04-30T16:13:00+00:00
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Onlinesprechstunde bei der TK

Die Techniker Krankenkasse (TK) bietet ab sofort denjenigen Versicherten, bei denen der Verdacht oder der nachweise einer Infektion mit SARS-CoV-2 besteht, eine Fernbehandlung per Onlinesprechstunde an. Dabei könnte auch eine AU-Bescheinigung (Krankenschein) sowie Medikamente digital per E-Rezept verordnet werden.

Ärzte aus Nordrhein-Westfalen haben diese neuen medizinischen Fernbehandlungsangebote der Techniker Krankenkasse kritisiert. Der Hausarzt müsse immer der erste Ansprechpartner bleiben“, so der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Nordrhein, Oliver Funken. Auch das schnelle Ausstellen von elektronischen Rezepten ohne ein Wissen um die Gesamtmedikation der Patienten sei aus ärztlicher Sicht äußerst kritisch, so Funken weiter. Denn dadurch würde sich das Risiko auf unerwünschte Kreuzwirkungen bei Medikamenten erhöhen.  Wir wünschen uns eine partnerschaftliche Lösung und keine Alleingänge von Krankenkassen“, mahnte der Vorsitzende des Nordrheinischen Hausärzteverbandes.

Ärztliche Betreuung statt anonymer Versorgung    

Der Pressesprecher des nordrheinischen Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Edwin Ackermann in Nordrhein fragt sich, warum eine Krankenkasse einen eigenen „überflüssigen Dienst“ aufbaut und dabei die Kassenärztlichen Vereinigungen umgeht.
Der BVKJ-Landesverband betont, dass Kinder- und Jugendärzte mit hohem Sicherheitsaufwand die Versorgung in ihren Praxen sicherstellen würden. Zudem böten auch niedergelassene Ärzte Telefonberatungen und zunehmend auch Videosprechstunden an“, so BVKJ-Sprecher Ackermann weiter.

Aus medizinischer Sicht sei eine „kontinuierliche Betreuung durch die eigenen Ärzte“ der „Online-Versorgung durch anonyme Beratung und Versorgung“ gerade in dieser ungewöhnlichen Pandemiesituation überlegen, so Ackermann.


(Quelle: Ärzteblatt)

 

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