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Alternativmedizin

Kein Verbot der Kassenleistung Homöopathie

Nach politischem Streit verzichtet Gesundheitsminister Spahn auf Streichung
veröffentlicht am 18.09.2019 von Redaktion krankenkasseninfo.de

homöopathisches Arzneimittelhomöopathisches Arzneimittel(c) Britta Cornelsen / pixelio.de
Die gesetzlichen Krankenkassen werden voraussichtlich auch weiterhin Homöopathie als freiwillige Leistung im Programm haben dürfen. Laut einer dpa-Meldung will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf sein Vorhaben, den Kassen die Erstattung zu verbieten, wohl verzichten.

2019-09-18T12:15:00+00:00
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Im Beisein von Journalisten des  Redaktionsnetzwerks Deutschland äußerte Spahn, dass eine Beibehaltung von Homöopathie als Kassenleistung angesichts einer jährlichen Größenordnung von nur 20 Millionen Euro „so okay“ sei. Diese Summe entspricht einem prozentualen Anteil von nur 0,03 Prozent der Gesamtausgaben aller gesetzlichen Krankenkassen.  

Pro und Kontra Kassen-Verbot in der Politik

In jüngster Zeit hatten sich Spitzenvertreter von Ärzteschaft, Politik und Krankenkassen wiederholt für ein Verbot der Kassenleistung Homöopathie wie im Nachbarland Frankreich stark gemacht, darunter auch der SPD-Gesundheitspolitiker und Fraktionsvize Lauterbach. Dessen Parteikollegin Manuela Schwesig hatte  sich erst in diesem Sommer öffentlich für Homöopathie positioniert und unter anderem mehr finanzierte Forschung zur medizinischen Wirksamkeit der Homöopathie eingefordert.

Auch der grüne Gesundheitsminister Manne Lucha aus Baden-Württemberg machte sich laut dpa für ein Beibehalten der Kassenleistungen für Homöopathie stark. Den Menschen in seinem Bundesland sei ein breites Therapieangebot wichtig, „das auch Naturheilkunde und Komplementärmedizin" beinhalte. Deshalb müssten Homöopathieleistungen auch „weiterhin von den gesetzlichen Krankenkassen vergütet werden dürfen.“

Homöopathisch arbeitende Ärzte gegen 'Monokultur'

Schon im Sommer hatten die homöopathischen Ärzte über ihren Verband DZVhÄ ihren Protest gegen ein geplantes Verbot angemeldet. Dieses käme einem „Schritt hin zu einer Monokultur in der Medizin.“ gleich, wie die Vorsitzende des Zentralvereins der homöopathischen Ärzte, Michaela Geiger, betonte.

Homöopathie ist keine Pflichtleistung der Kassen, sondern kann als freiwillige Satzungsleistung angeboten werden. Davon machen aktuell mehr als 50 Krankenkassen gebrauch, wei der neue Krankenkassentest von krankenkasseninfo ermittelt. Einige Kassen erstatten zu dem auch die Kosten für homöopathische Arzneimittel bis zu einem festgelegten jährlichen Höchstbetrag. 

 

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