Hauptregion der Seite anspringen
Geburtsmedizin

Jens Spahn für neue Kassenleistung Präimplantationsdiagnostik

Umstrittene Methode soll für Risiko-Paare bezahlt werden
veröffentlicht am 18.01.2019 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Eizelle unter dem MikroskopEizelle unter dem Mikroskop(c) Fotolia.com/ MP
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich dafür eingesetzt, dass die Krankenkassen in Zukunft für bestimmte Paare die Präimplantationsdiagnostik (PID) übernehmen sollen. Konkret soll für diejenigen Paare ein Anspruch geschaffen werden, die sich trotz nachgewiesener schwerer erblicher Vorbelastung für ein Kind entscheiden.

2019-01-18T14:10:00+00:00
Werbung

Ein entsprechender Passus soll laut dem RedaktionsNetzwerk Deutschland noch in den Entwurf für das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) eingebracht worden sein. Mit der Neuregelung soll ein Bundestagsbeschluss aus dem Jahr 2011 umgesetzt werden, wonach in Ausnahmefällen eine Kostenübernahme der PID zulässig sei. Zu den zulässigen Gründen zählen neben dem familiären Nachweis von schweren Erbkrankheiten auch ein hohes Risiko einer fehl – oder Totgeburt.   

PID kostet bis zu 20.000 Euro

Für die Betroffenen bringt die gesetzliche Regelung eine enorme finanzielle Entlastung mit sich. Denn eine Präimplantationsdiagnostik könne bis zu 20.000 Euro kosten und ist bislang vollständig aus eigener Tasche zu bezahlen. Wie bei der künstlichen Befruchtung soll eine Kostenübernahme für maximal drei Versuche nur für heterosexuelle Verheiratete gelten. Außer dem soll nur eigenes Zellmaterial der Partner verwendet werden dürfen.


Welche Krankenkassen bieten erweiterten Anspruch für Künstliche Befruchtung?  >>> Krankenkassentest


Kritiker warnen vor Selektion und  'Designerbabys'

Bei der PID-Methode werden Embryonen außerhalb des Körpers erzeugt und vor der Implantation in die Gebärmutter hinsichtlich möglicher genetische Defekte untersucht. Kritiker der Methode, zu denen Jens Spahn 2011 noch selbst gehörte, geben zu bedenken, dass die PID der erste Schritt auf dem Wege zu „Designerbabys“ sei und zu einer stärkeren Selektion und Diskriminierung von Behinderten führen könne.

Kritik für sein Vorhaben erntete der Gesundheitsminister von den Grünen. Es sei „nicht Aufgabe der Solidargemeinschaft, das Selektieren von Embryonen zu finanzieren“, weshalb es auch bewusst bislang keine Kostenübernahme durch die Krankenkassen gebe, hieß es von der Abgeordneten Kirsten Kappert-Gonther.

Quelle: Ärzteblatt

 

Weiterführende Artikel:

 

Bewerten Sie uns 4,8 / 5

3854 Besucher haben in den letzten 12 Monaten eine Bewertung abgegeben.

Kategorien