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Im Urlaub zu entspannen fällt vielen Deutschen zunehmend schwerer

30.07.2015 Stress im Urlaub durch ständige ErreichbarkeitTrotz Urlaubs können Berufstätige auch in ihrer Freizeit nicht mehr komplett ohne Arbeit auskommen. Das geht aus einer Studie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hervor. Für etwa drei Viertel der Befragten sei unabhängig wie weit weg sie von ihrer Arbeitsstelle sind - ein Urlaubsgefühl bekämen sie erst nach etwa einer Woche. Etwa 25 Prozent der Befragten geben sogar an, im Urlaub freiwillig zu arbeiten.

Die Erfüllung dienstlicher Aufgaben im Urlaub verfehlt dessen Zweck

„An seinen Beruf zu denken ist nicht unbedingt etwas Schlimmes“, sagt Dr. Hiltraut Paridon, Psychologin am Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG). „Wenn es aber dazu führt, dass man auch im Urlaub arbeitet und dienstliche E-Mails beantwortet oder andere Aufgaben erledigt, verhindert es den Zweck des Urlaubs: dass man sich erholt“, so Paridon.

Die fehlende Erholung führt zu Dauerstress. Den Beruf, die Familie, Freunde und Erholung unter einen Hut bringen: In Zeiten von Smartphones und ständiger Erreichbarkeit nur schwerlich zu realisieren. Das bestätigt auch eine Gemeinschaftsstudie der Bertelsmann-Stiftung und der Krankenkasse Barmer GEK: Immer weiter wachsende Anforderungen beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden der Beschäftigten, sondern fördern auch selbstgefährdendes Verhalten.

In der Studie wurden 1.000 Erwerbstätige repräsentativ befragt. Knapp ein Viertel der Vollzeit-Beschäftigten in Deutschland glaubt, das eigene eingeschlagene Tempo nicht langfristig durchzuhalten. 18 Prozent der Befragten erreichen regelmäßig die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit und 23 Prozent verzichten gänzlich auf Pausen, bilanziert die Studie.

Regelmäßige Erholung ist wichtig

Als Grund dafür, auch im Urlaub zu arbeiten, geben die Befragten größtenteils an, dass sie dies aus Pflichtgefühl tun oder weil dringliche Aufgaben anstehen. Allerdings geben auch mehr als zehn Prozent an, dass sie damit die Erwartungen von Arbeitgeber, Kunden oder Kollegen erfüllen. „Man sollte seine Motive in jedem Fall genau hinterfragen“, empfiehlt Paridon. „Falsch verstandenes Pflichtgefühl hilft keinem: weder der Firma noch einem selbst.“ Regelmäßige Erholung sei wichtig, um langfristig arbeitsfähig zu bleiben.
„Das muss in den Betrieben auch diskutiert werden.“


Foto: Stefan DDorf / pixelio.de