Werbung

Hitzewelle: Gesetzliche Krankenkassen warnen vor gesundheitlichen Problemen

29.08.2016

Hitzewelle / Dipl. Biol. Harald Grunsky / pixelio.de

Foto: Dipl. Biol. Harald Grunsky / pixelio.de

Mit den aktuellen Temperaturen steigen auch die Fälle gesundheitlicher Beschwerden der gesetzlich Versicherten. Eine statistische Auswertung der KKH Kaufmännischen Krankenkasse ergab, dass der Sommer des letzten Jahres vor allem ihren männlichen Mitgliedern zu schaffen machte. Die Barmer GEK warnt ihre versicherten Senioren vor einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme.

Der Hitze richtig begegnen

Gerade Senioren würden häufig viel zu wenig trinken und dadurch gesundheitliche Probleme riskieren, stellt die Barmer GEK fest: "Häufig ist Flüssigkeitsmangel Schuld an Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Verwirrtheitszuständen oder Bewusstlosigkeit. Besonders häufig trifft es Senioren, da das Durstempfinden mit zunehmendem Alter abnimmt", schreibt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer GEK. Aber auch Angst vor Inkontinenz, Prostataleiden bei Männern oder die Sorge, außer Haus nicht rechtzeitig eine Toilette zu finden, könnten wichtige Trinkhemmnisse sein.


Gesunde Senioren würden schon bei normalen Temperaturen mindestens 1,3 Liter benötigen. Bei Sommerhitze kann der Bedarf dann deutlich höher ausfallen. Um Mangelerscheinungen zu vermeiden, rät die Barmer-Medizinerin regelmäßig über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. "Ältere Menschen, die beispielsweise bereits an Herz-, Kreislauf- oder Nierenerkrankungen leiden, sollten allerdings mit ihrem Arzt besprechen, welche Trinkmenge sie genau benötigen", so Marschall weiter.

Zahl der Hitzschlag-Fälle steigt

Nach internen Auswertungen der KKH Kaufmännische Krankenkasse mussten 2015 doppelt so viele Menschen als im Vorjahr wegen eines Sonnenbrandes, Sonnenstichs oder Hitzschlags ärztlich behandelt werden. Über 2.200 KKH-Versicherte suchten in Folge der hohen Temperaturen in den Monaten Juli und August 2015 einen Arzt auf. Allein fast dreimal so viele männliche Betroffene registrierte die KKH im Juli mit der Diagnose Hitzschlag und Sonnenstich als 2014.

„Ein Hitzschlag kann entstehen, wenn der Körper zu langer Zeit hohen Temperaturen oder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Auch bei hoher körperlicher Belastung droht die Kreislaufregulation zusammenzubrechen“, erklärt Thomas Seidel vom KKH-Serviceteam. Im schlimmsten Fall könnten die Organe versagen und der Betroffene das Bewusstsein verlieren. „Im Gegensatz zum Hitzschlag ist beim Sonnenstich in erster Linie das Gehirn betroffen. Die Hirnhäute in Kopf und Halswirbelsäule werden durch die intensive Sonneneinstrahlung gereizt“, so Seidel.

Symptome und Schutzmaßnahmen

Ein Sonnenstich verursache Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Die Symptome für einen Hitzschlag können Schwindel, Übelkeit, hoher Körpertemperatur und heiße, trockene Haut sein. Eine leichte Kopfbedeckung in Form eines Sonnenhutes, einer Schirmmütze oder eines modischen Kopftuches kann Abhilfe schaffen. Besonders Berufsgruppen die im Freien arbeiten, aber auch kleine Kinder, Sportler und chronisch Kranke sind gefährdet. Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt verständigt werden.


Zudem raten die Kassen dazu, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, luftige Blusen und Hemden aus möglichst kunststofffreien Materialien zu tragen.

BARMER GEK im Krankenkassentest KKH Kaufmännische Krankenkasse im Krankenkassentest