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Hausarztverträge und Arzneimittelkosten: Erste Schritte der Gesundheitsreform beschlossen

23.02.2014
Der Bundestag hat am Abend des 20. Februar eine weitere Änderung des SGB V beschlossen. Mit dieser Novelle werden bestimmte Ziele des Koalitionsvertrages im Gesundheitsbereich  in geltendes Recht umgesetzt. So bekommen Krankenkassen und Hausärzte mehr Gestaltungsmöglichkeiten bei den Hausarztverträgen. Gleichzeitig müssen Krankenkassen und Hausärzte bei ihren Verträgen Kriterien zur  Wirtschaftlichkeit und Regelungen zur Qualitätssicherung vereinbaren.

Weiterhin wurde der geltende Preisstopp für teure patentgeschützte Arzneimittel bis 2017 verlängert und der vorgeschriebene Mengenrabatt für diese Gruppe von sechs auf sieben Prozent erhöht.Im Gegenzug schuf der Gesetzgeber die Pflicht zum Nutzennachweis für Neuentwicklungen im Pharmabereich ab. Das könnte nach dem Ablauf des Preismoratoriums 2017 wieder zu erheblichen Preissteigerungen führen.


Nutzenbewertung für ältere Medikamente wird gestrichen


Als Zugeständnis an die Pharmahersteller wird im Gegenzug die Pflicht zur Nutzenbewertung für ältere Medikamente, die bereits bis Ende 2010 auf dem Markt waren, wieder gestrichen.
Diese Bewertungspflicht wurde mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) im Jahr 2011 für alle Medikamente eingeführt und soll zukünftig nur noch für Neuentwicklungen gelten.

Gesundheitsminister Gröhe betonte den kurzfristigen positiven Effekt für die Arzneimittelkosten. Ohne die Verlängerung des Preis-Stopps würden diese jährlich um 650 Millionen Euro steigen – zu Lasten der Versichertengemeinschaft.

 
 
 
 

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