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Größte deutsche Krebsstudie für gesunde Männer vor dem Aus

08.04.2015

 Ist eine Prostatakrebsuntersuchung für gesunde Männer überhaupt sinnvoll? Diese Frage ist nicht vollständig zu beantworten. Deshalb steht die größte und aufwendigste deutsche Untersuchung zur Behandlung von Prostatakrebs vor dem Aus. Es beteiligen sich schlichtweg zu wenige Männer daran.

Der Streit um Sinn und Unsinn einer Früherkennung bei Männern ohne Beschwerden reist auch 40 Jahre nachdem sie das erste Mal aufkam nicht ab. An der größten und teuersten Krebsstudie Deutschlands sollen 7600 Männer bis 2030 untersucht und behandelt werden. Die Gesamtkosten dafür werden mit 25 Millionen Euro beziffert. 

Viel zu wenig freiwillige Probanten

Seit ihrem Beginn 2013 wird über die Studie nun debattiert, nicht zuletzt, weil sich seither zu wenig Männer an ihr beteiligten. Im ersten Jahr waren es etwa nur 220. Im Vergleich dazu wären aber 1.900 Männer für eine nützliche Untersuchung jährlich nötig. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie, Oliver Hakenberg, spräche nach Berichten des Spiegels in dem Zusammenhang von einem „Akzeptanzproblem“. Das sei jedoch milde ausgedrückt, da in den beteiligten Kreisen mehr als nur unsachlich diskutiert werde. 

Deutsche Krebshilfe bemängelt mangelnde Unterstützung durch Ärzte

Größtes Problem der „Prefere“-Studie ist dabei die zufällige Einteilung der Patienten in verschiedene Therapiegruppen. Diese werden unterschieden in 1.) Operative Entfernung der Prostata, 2.) Bestrahlung von außen 3.) Bestrahlung mit implantierten Strahlungsquellen und 4.) Aktive Überwachung. Alle vier Möglichkeiten werden nach der internationalen und deutschen Leitlinie empfohlen. Bisherige Studien können bisher jedoch nicht belegen, welche am wirksamsten ist. Die „Prefere“-Studie soll genau diese Frage klären, doch teilnehmende Patienten wollen die Behandlungsentscheidung ungern vom Zufall abhängig machen. Ein weiteres Problem sei, dass viele Ärzte betroffene Patienten nicht auf die Studie ansprechen würden und ihnen vorenthalten, dass die geeignetste Therapieform noch nicht feststehe, so die Deutsche Krebshilfe.