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Gesundheitsreport der DAK: Elternschaft stresst nicht mehr als kinderloses Leben

18.02.2014

Zusammenlebende Paare ohne Nachwuchs fühlen sich nicht weniger gestresst als Menschen, die sich im Alltag gemeinsam um ihre Kinder zu kümmern haben. Diese Aussage ist ein Ergebnis einer repräsentativen Gesundheitsstudie der DAK im Dezember 2013. Bei beiden Personengruppen betrug der Anteil derjenigen, die sich dauerhaft gestresst fühlen, rund ein Fünftel. Befragt wurden dabei Menschen zwischen 25 und 40 Jahren aus allen Bundesländern. Selbst Mütter, die in Vollzeit arbeiten, zeigen keine höheren Stresswerte als Mütter in Teilzeit oder nicht erwerbstätige Mütter.

Als weitere Überraschung vermerkten die Wissenschaftler, dass entgegen der Vermutung jüngere Eltern bis zum Alter von 30 Jahren nicht stärker belastet sind als andere. Es gebe „deutlich weniger überforderte junge Eltern als erwartet», so der Soziologe Hans Bertram zum Ergebnis der Erhebung.


Väter arbeiten zu viel, Mütter fürchten Karrierenachteile
 
Die gesundheitlichen und beruflichen Probleme, die im Zusammenhang mit der Elternschaft gleich verteilt in allen Altersgruppen auftreten, sind die bekannten „Klassiker“: Mütter schlafen weniger und schaffen es zeitlich nicht so gut wie kinderlose Frauen, sich gesund zu ernähren und ausreichend Sport zu treiben. Zeitweilige Depression und Rückenprobleme gehören ebenfalls dazu wie die beruflichen Karrieresorgen bei Müttern. Jede zweite befragte Mutter gab zu Protokoll, dass sie ohne Kind beruflich weiter gekommen wäre. Väter arbeiten immer noch sehr häufig in Vollzeit weiter, klagen über zu wenig Zeit für sich selbst und leiden unter schlechtem gewissen ihren Kindern gegenüber.  

Ruf nach Veränderungen in der Arbeitswelt

Die DAK erfragte auch Verbesserungswünsche von den Studienteilnehmern. Diese wünschten sich  
mehr Teilzeitjobs und flexiblere Arbeitszeitmodelle sowie Betriebskindergärten und insgesamt eine stärkere Rücksichtnahme auf Eltern im Berufsleben. Der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Harald Rebscher, apellierte im Ergebnis des Reports an die Arbeitgeber, stärker in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu investieren.