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Gesetzliche Krankenkassen: Wie real ist die Kostenexplosion?

13.05.2015 Laut dem Bundesministerium für Gesundheit beliefen sich die Gesamtaufwendungen von gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2012 auf 184,25 Milliarden Euro, davon 173,15 Milliarden Euro für Leistungsausgaben. Im aktuellen Jahr werden die Ausgaben durch das Ministerium auf vorläufig 205,33 Milliarden Euro beziffert. Dieser Anstieg wird daher oft als Kostenexplosion bezeichnet.

Höchste Ausgaben für stationäre Aufenthalte

Leistungsausgaben sind grundsätzlich alle Ausgaben der Träger der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), ausgenommen der Netto-Verwaltungskosten und so genannter sonstiger Aufwendungen.
Den bei weitem größten Teil der Leistungsausgaben, 33,4 Milliarden Euro wurden für stationäre Behandlungen aufgebracht. Die ambulante ärztliche Behandlung und die Arzneimittelversorgung ergaben jeweils rund ein Sechstel der Gesamtleistungsausgaben. Allein der Vergleich der Jahre  2012 und 2014 lässt einen deutlichen Anstieg erkennen.

Ausgabenanstieg verläuft moderat

Aus dieser Entwicklung wird häufig der Schluss gezogen, dass eine “Kostenexplosion” im Gesundheitswesen stattfindet. Tatsächlich stellt sich die aktuelle Finanzlage der GKV mit einem nochmaligen Überschuss im vergangenen Jahr und hohen Rücklagen innerhalb der Krankenkassen auf den ersten Blick gut dar. Was aber nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass es sich dabei nur um einen Staus Quo handelt und ein wieder größerer finanzieller Druck absehbar ist. Nicht ausschließlich auf den demografischen Wandel zurückzuführen, sondern auch aufgrund einer grundsätzlich steigenden Nachfrage dürften die Gesundheitsleistungen künftig an Bedeutung gewinnen und die Leistungsausgaben weiter steigen.

Im internationalen Vergleich wird deutlich, dass der Anstieg der Gesundheitsausgaben in Deutschland insgesamt gemäßigt verläuft. Zwar befinde sich das deutsche Gesundheitssystem laut dem zuständigen Ministerium beim Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt und bei den Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheit in der Spitzengruppe, aber gerade in den letzten Jahren seien die Ausgaben für Gesundheit in zahlreichen anderen reichen Ländern deutlich stärker gestiegen.


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