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Gesetzliche Krankenkassen: Gesundheitsreport 2016 zeigt Unterschiede zwischen Männern und Frauen

25.04.2016

Insgesamt liegt der Krankenstand bei Frauen um 14 Prozent höher als bei Männern. Das hat unterschiedliche Gründe, so der DAK-Gesundheitsreport 2016. Die aktuelle Studie untersucht erstmals umfassend die Geschlechterunterschiede bei krankheitsbedingten Ausfalltagen und deren Ursachen. Die drittgrößte gesetzliche Kasse hat dazu den Krankenstand von rund 2,7 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet. Außerdem wurden mehr als 5.000 Frauen und Männer im Alter von 18 und 65 Jahren durch das Forsa-Institut repräsentativ befragt und zahlreiche Experten in die Analyse eingebunden.

Bei Männern sind es die Herz-Kreislauf-Erkrankungen - bei Frauen die Psyche

Männer in allen Altersgruppen fehlten der Studie zufolge sehr viel öfter wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Job als Frauen. Zwischen dem 45. und 64. Lebensjahr erkrankt fast jeder zehnte Mann an einer Verengung der Herzkranzgefäße. Die Diagnose reicht dabei von einer Angina pectoris bis zum Herzinfarkt. Frauen fehlten hingegen deutlich öfter wegen psychischer Erkrankungen als Männer. Vor allem von Depressionen waren Frauen weit häufiger betroffen und nahmen auch öfter Psychopharmaka ein: Jede elfte Frau bekam im vergangenen Jahr beispielsweise eine Verordnung für Antidepressiva, aber nur jeder zwanzigste Mann.

Bei Krebs gibt es die größten Unterschiede

Insgesamt sei das Risiko an Krebs zu erkranken bei Frauen und Männern zwar gleich, jedoch trifft Männer die Krebserkrankung meist erst ab dem etwa 60. Lebensjahr. Prostatakrebs ist bei ihnen am weitesten verbreitet. Bei Frauen tritt vor allem Brustkrebs, meist schon im Erwerbsleben, auf.

Höchster Krankenstand seit 16 Jahren

Mit einem Krankenstand von 4,1 Prozent in 2015, war es der höchste seit 16 Jahren. An jedem Tag des vergangenen Jahres waren also durchschnittlich 41 von 1.000 Erwerbstätigen krankgeschrieben. Die häufigsten Ursachen waren dabei Erkrankungen des Muskel-Skelett- und des Atmungssystems sowie psychische Erkrankungen.

Auch der Job hat einen Einfluss darauf, wie oft Frauen und Männer sich krankmelden. Die öffentliche Verwaltung ist die einzige Branche, in der der Krankenstand leicht zurückging. Dafür gibt es in allen anderen Branchen einen leichten Zuwachs. Den höchsten Krankenstand gibt es im Sektor Verkehr, Lagerei und Kurierdienste.

„Unser Report zeigt, dass der viel zitierte kleine Unterschied zwischen Frauen und Männern viel größer ist als gedacht“, sagt Herbert Rebscher, Vorstandschef der DAK-Gesundheit.

Hier finden Sie die komplette Studie.

 

DAK-Gesundheit im Krankenkassentest