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Zuzahlungen

Gesetzlich Versicherte leisten immer mehr Zuzahlungen

Linkspolitiker fordert Abschaffung
veröffentlicht am 23.05.2019 von Redaktion krankenkasseninfo.de

(c) Thorben Wengert / pixelio.de
Die finanzielle Belastung der gesetzlich Versicherten durch Zuzahlungen ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Das geht aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.

2019-05-23T15:10:00+00:00
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Demnach seien zwischen 2016 und 2018 die insgesamt von den Versicherten für Heilbehandlungen geleisteten Zuzahlungen um mehr als 60 Millionen Euro angestiegen.    
 
Der Anstieg erklärt sich aus den gestiegenen Vergütungen für Physiotherapeuten oder andere Leistungserbringer. Insgesamt gaben die Krankenkassen im besagten Zeitraum circa 7,5 Milliarden Euro für Heilbehandlungen aus. Weil der Anteil der Zuzahlungen prozentual festgelegt und nach oben nicht begrenzt ist, stiegen auch die entsprechenden Zuzahlungsbeträge der Versicherten.

Achim KesslerAchim Kessler(c) Benjamin Gross
Als Reaktion auf die Antwort der Bundesregierung forderte der linke Sozialpolitiker Achim Kessler, die gänzliche Abschaffung der Zuzahlungen für den Heilmittelbereich. Kessler polemisierte, dass die von der Koalition offiziell wiederhergestellte Parität „nicht eingelöst“ sei, wenn die Versicherten „Zuzahlungen für notwendige Behandlungen leisten und ihre Brillen weiter selbst zahlen müssen“.

Diese Art von „Eigenverantwortung“ der Patienten lehne die LINKE ab, weil sie dazu führe, dass  notwendige Behandlungen aus Kostengründen nicht in Anspruch genommen würden.

 

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