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Geschlechtsumwandlung bei Transsexualität – Was bezahlt die Krankenkasse?

12.10.2016

Geschlechtsumwandlung - was zahlt die Krankenkasse

Seit 1987 gilt Transsexualität in Deutschland im Sinne des Sozialrechtes als Krankheit. Unter bestimmten Voraussetzungen haben Betroffene dadurch einen Anspruch auf Kostenübernahme geschlechtsangleichender Maßnahmen wie Hormontherapie oder geschlechtsangleichende Operationen.

Transsexualiät gilt nur noch bis 2017 als psychische Störung

Menschen, die sich persönlich dauerhaft wie im falschen Körper fühlen, werden medizinisch als so genannte transidente Personen bezeichnet. Die WTO definiert Transsexualität als den wirksamen Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und auch anerkannt zu werden.

Der persönliche Leidensdruck der Betroffenen entsteht zumeist aus dem so erlebten Widerspruch zwischen der eigenen Geschlechtsidentität und den äußeren Körpermerkmalen. Die offizielle Diagnose-Bezeichnungbezeichnung für Transsexualität (medizinisch Geschlechtsdysphorie) lautet ICD F64.0. Diese Klassifizierung weist Transsexualität derzeit noch als Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aus. Für das Jahr 2017 ist hier eine Neuklassifizierung unter ICD-11 als „geschlechtliche Nichtübereinstimmung“ vorgesehen. Durch diese Neubezeichnung entfällt die Einordnung als psychische Störung. Diese veränderung hat keine Auswirkungen auf den Anspruch auf medizinsiche Behandlung.


Welche Maßnehmen zur Geschlechtsumwandlung werden übernommen?

Die Krankenkassen sind bei entsprechenden ärtzlichen und therapeutischen Nachweisen verpflichtet, die Kosten für eine begleitende Psychotherapie, für Hormonbehandlungen und auch für Operationen zu übernehmen. Zu diesen von den Kassen zu übernehmenden geschlechtsangleichenden Operationen zählen Entfernungen des Uterus ( Hysterektomie ), des Scheidengewebes ( Kolpektomie ), der Eierstöcke ( Ovarektomie) und der Brüste ( Mastektomie), sowie der plastische operative Aufbau von äußeren Geschlechtsmerkmalen wie Penis und Hoden (Penoidrekonstruktion, Phalloplastik oder Klitorispenoid).

Die Anschaffung bzw. Anfertigung von Hilfsmitteln wie zum Beispiel ästhetisch und funktional hochwertiger Penisepithesen aus Silikon oder Brustbandagen können in begründeten Einzelfällen ebenfalls von den Krankenkassen übernommen werden.

Eine Geschlechtsumwandlung muss als komplexer jahrelanger Prozess bergriffen werden, in welchem neben physischen auch psychische und soziale stattfinden können. Dieser ist nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für die Angehörigen, Freunde und Kollegen eine Herausforderung. Für einen großen Teil der Betroffenen erhöht sich die Lebensqualität durch einen erfolgreich verlaufene Geschlechtsumwandlung erheblich.

 

Abbildung: (c) S. Hofschlaeger  / pixelio.de