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Geldgieriger Zahnarzt zu 14 Monaten Haft verurteilt

23.05.2013

Ein Zahnarzt aus Mitteldeutschland ( Landkreis Altmark ) ist zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er einer Patientin unter Vollnarkose sieben Zähne zu viel gezogen hat. Die Patientin wurde vorab lediglich über die Entfernung von vier Zähnen informiert. Während der OP wurden ihr jedoch elf Zähne entfernt. Der 42-Jährige wurde wegen Körperverletzung verurteilt und muss zu seiner Haftstrafe noch ein zweijähriges Berufsverbot in Kauf nehmen.
 
Der Angeklagte zeigte sich nach der Urteilsverkündung sichtlich betroffen. Die Verteidigung, die auf Freispruch plädiert hatte, will nun eine Revision zu prüfen.

Der verurteilte Zahnarzt kündigte an, in Zukunft die Zustimmungen seiner Patienten auf Video festhalten zu wollen, weil das Gericht seine Unterlagen angezweifelt habe.  Der Vorsitzende Richter warf dem angeklagten Zahnmediziner vor, sehr wenig zur Aufklärung beigetragen zu haben.
 Bei dem Motiv dürfte Geld eine große Rolle gespielt haben, denn die Patientin hatte insgesamt 14.000 Euro bezahlt. Laut Kassenzahnärztlicher Vereinigung Sachsen-Anhalt ist es Zahnärzten im Einzelfall möglich, mit dem Zähneziehen deutlich mehr Geld zu verdienen als mit der rettenden Sanierung.