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Leistungen

G-BA verschiebt Entscheidung zu Down-Syndrom-Bluttests

Über umstrittene Kassenleistung wird im September neu beraten
veröffentlicht am 16.08.2019 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Schwangerschaft Schwangerschaft(c) www.Helenesouza.com / pixelio.de
Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat seine Entscheidung über eine Kostenübernahme von  Tests auf Down-Syndrom (Trisomie 21) bei Schwangeren auf September verschoben. Zur Begründung gab eine Sprecherin des G-BA eine „Vielzahl“ von eingegangenen „schriftlichen Stellungnahmen“ mit einem „hohen Auswertungsbedarf“ an. Die Kassenzulassung für den Test ist ethisch umstritten.

2019-08-16T16:11:00+00:00
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Gentests auf Trisomie 21 seit 2012 zugelassen

So kritisieren insbesondere Behindertenverbände, dass die Tests dann zum allgemeinen Standard werden und kaum jemand mehr ein Kind mit Trisomie zur Welt bringen würde. Die seit 2012 zugelassenen molekulargenetischen Bluttests können mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Gendefekt nachweisen, der für das Down-Syndrom verantwortlich ist. Die Tests sind bislang eine Privatleistung (IgeL).

Fruchtwasserpunktion birgt Risiken

Schwangere haben verschiedene Möglichkeiten der Pränataldiagnostik zur Verfügung, um das eventuelle Vorliegen von Genanomalien wie Trisomie 21 zu ermitteln. Die Entnahme und Laboruntersuchung von Fruchtwasser gilt als klassische Methode, ist jedoch mit einem Fehlgeburtsrisiko von 1:100 belastet. Bei so genannten Risikoschwangerschaften übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Fruchtwasserpunktion.    

Kostenübernahme frühestens 2020 

Im März 2019 hatte der G-BA angekündigt, den Trisomie-Bluttest ebenfalls zu einer Kassenleistung bei Risikoschwangerschaften machen zu wollen. Dabei wird Schwangeren ab der elften Woche Blut außerhalb der Fruchtblase entnommen und untersucht. Das Risiko, dabei eine Fehlgeburt auszulösen, ist nahezu null. Die Entscheidung über eine generelle Kostenübernahme wird nun für Mitte September erwartet. Der Zeitplan des G-BA sieht die endgültige Aufnahme der Trisomie-Gentests als Kassenleistung frühestens im Herbst 2020 vor. Auch das Gesundheitsministerium muss einer Kostenübernahme zustimmen.
 

 

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