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Krankschreibungen

G-BA: Telefonische Krankschreibung ohne Arztkontakt noch bis Ende Mai

Aufhebung der Corona-Sonderregelung ab 1. Juni
veröffentlicht am 15.05.2020 von Redaktion krankenkasseninfo.de

AU-Bescheinigung (Krankenschein) AU-Bescheinigung (Krankenschein)(c) Tim Reckmann / pixelio.de
Krankschreibungen bei leichten Atemwegserkrankungen dürfen noch bis einschließlich zum 31. Mai telefonisch ohne einen direkten ärztlichen Kontakt erfolgen. Wie der G-BA mitteilte, läuft die verlängerte Sonderregelung mit Monatsende aus.  


 

2020-05-15T13:27:00+00:00
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Den Beschluss fasste der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am Donnerstag in Berlin. Ab dem 1. Juni 2020 gilt dann wieder, dass für die ärztliche Beurteilung, ob eine Versicherte oder ein Versicherter arbeitsunfähig ist, eine körperliche Untersuchung notwendig ist.

„In vielen Praxen werden bereits belastbare Hygienekonzepte praktiziert, die auf andere Praxen übertragbar sind, sodass Patientinnen und Patienten die ärztliche Versorgung in Anspruch nehmen können, ohne sich erhöhten Infektionsrisiken auszusetzen.", erklärte G-BA Chef Prof. Josef Hecken.

Bis einschließlich 31. Mai 2020 gilt nun laut G-BA: Die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit bei Versicherten mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die keine schwere Symptomatik aufweisen, darf für einen Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen auch nach telefonischer Anamnese erfolgen. Das Fortdauern der Arbeitsunfähigkeit kann im Wege der telefonischen Anamnese einmalig für einen weiteren Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen festgestellt werden.

Die telefonische Anamnese durch die Vertragsärztin oder den Vertragsarzt muss im Wege der persönlichen ärztlichen Überzeugung vom Zustand der Versicherten oder des Versicherten durch eingehende Befragung erfolgen. Die Möglichkeit der telefonischen Anamnese umfasst auch die technisch weitergehende Videotelefonie.

Unabhängig von der Ausnahmeregelung zur telefonischen Befunderhebung gilt, dass Versicherte bei typischen COVID-19-Symptomen, nach Kontakt zu COVID-19-Patienten und bei unklaren Symptomen von Infektionen der oberen Atemwege vor dem Arztbesuch telefonisch Kontakt zur Praxis aufnehmen und das weitere Vorgehen besprechen.

Anlässlich der gegenwärtigen COVID-19-Pandemie hatte der G-BA mit Beschluss vom 20. März 2020 eine befristete Sonderregelung zur telefonischen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit in § 4 Absatz 1 der AU-RL aufgenommen. Mit den Beschlüssen vom 27. März 2020, vom 21. April 2020 und vom 29. April 2020 wurde die Regelung an die jeweilige Krisenlage angepasst bzw. deren Geltungsdauer verlängert, zuletzt bis zum 18. Mai 2020.

 

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