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Frauen setzen sich in der Schwangerschaft oft unnötigem Untersuchungsmarathon aus

28.07.2015 zu viele Ultraschalluntersuchungen unnötigMit der verbesserten Versorgung von Schwangeren geht eine Überinanspruchnahme der entsprechenden Angebote einher. Viele werdende Mütter lassen sich laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung zu oft untersuchen. Das habe zur Folge, dass Schwangerschaften als etwas Krankhaftes angesehen werden und Schwangere sich selbst zunehmend als Kranke verstehen, befürchten die Experten.

Zu viel Vorsorge ist ungesund

Die Tests sind teuer und die Ergebnisse oft unklar. Nahezu alle schwangeren Frauen erhalten mehr Untersuchungen als die Mutterschaftsrichtlinien vorsehen. Ob sie eine Risikoschwangerschaft haben oder einen völlig unauffälligen Schwangerschaftsverlauf: Werdende Mütter erfahren stets die nahezu gleiche Behandlung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung, für die 1.293 Mütter befragt wurden, die im vergangenen Jahr ein Kind zur Welt gebracht haben. Vier von fünf Frauen haben zudem für solche oft nicht notwendigen Präventionsmaßnahmen Zuzahlungen getätigt. 

Mehr Ultraschalluntersuchungen als nötig durchgeführt

"Das Überangebot an Untersuchungen schürt die Angst der Frauen vor der Geburt und möglicherweise auch ihren Wunsch nach einer vermeintlich sicheren Kaiserschnitt-Entbindung", sagt Prof. Rainhild Schäfers, von der Hochschule für Gesundheit in Bochum und Mitautor der Studie. Bei der Befragung gab fast die Hälfte der Frauen mit normaler Schwangerschaft an, mehr als fünf Ultraschalluntersuchungen gemacht zu haben. Die Mutterschaftsrichtlinien sehen aber nur drei vor. Zudem scheint eine spezielle Herzton- und Wehenmessung (CTG/Kardiotokographie) längst zur Routine zu gehören. Obwohl diese Untersuchungsmethode nur bei drohenden Frühgeburten und anderen Auffälligkeiten vorgesehen ist, ließen 98 Prozent der werdenden Mütter die Untersuchung durchführen – im Schnitt sogar öfter als vier Mal.


Die Hälfte aller befragten Frauen gaben an, von ihrem Arzt gut beraten worden zu sein. Gleichsam glaubten viele werdende Mütter, die in Anspruch genommenen Kontrollen gehörten zur Routine, so die weiteren Erkenntnisse der Studie.


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Foto: Arzt / pixelio.de