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Forschern ist es gelungen Nebenwirkungen von Cannabis zu blockieren

13.07.2015

Therapie auf Cannabis-BasisDie schmerzlindernde Wirkung von Cannabis ist Ärzten und Patienten schon länger bekannt. Das Gedächtnisstörungen, Ängste und Abhängigkeit auftreten können, darauf wird in der Öffentlichkeit immer wieder verstärkt aufmerksam gemacht. Europäischen Wissenschaftlern ist es nun gelungen, diese Nebenwirkungen zu unterbinden. Forschern der University of East Anglia in Großbritannien fanden bei ihren Untersuchungen einen Reaktionsweg, der für einige schädliche Auswirkungen des Cannabis-Hauptwirkstoffs THC verantwortlich ist. Wie die Wissenschaftler um Dr. Peter McCormick berichten, könne THC weiter seine positive Wirkung entfalten, wenn dieser Signalweg blockiert werde, ohne dass es beispielsweise zu Gedächtnisstörungen komme. Sie hatten in Verhaltensversuchen mit Mäusen den Einfluss von THC auf Signalwege im Gehirn untersucht. Auf den schmerzstillenden Einfluss des THCs hatte die Behandlung dagegen keine negativen Auswirkungen, so die Ausführungen des Forscherteams in der Fachzeitschrift PLOS ONE Biology.

Durchbruch auf dem Weg zu einer sicheren Therapie auf Cannabis-Basis

Die Gruppe um Dr. McCormick erhoffe sich, obwohl ihre Studie mit Mäusen durchgeführt wurde, dass dieser Durchbruch den Weg zu einer sichereren Therapie auf Cannabis-Basis ebne, die sich nicht auf Stimmung, Wahrnehmung oder Gedächtnis der Patienten auswirke. THC, der aktive Bestandteil des Cannabis sei medizinisch in einem breiten Bereich anwendbar. Nicht zuletzt hatten die Forscher in früheren Studien zeigen können, dass der Wirkstoff die Tumorgröße bei Krebspatienten verringern konnte. Deshalb wäre es ein großer Vorteil, wenn es möglich sei, die unerwünschten Begleiterscheinungen des THCs auszuschalten und gleichzeitig von den positiven zu profitieren.

Darum ist Cannabis noch kein Arzneimittel

Zurzeit bestehe eine zu geringe Datenlage. Man müsse sehr vorsichtig mit dem Einsatz von Cannabis sein und man sollte es nur bei wenigen, ganz bestimmten Erkrankungen einsetzen, so Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin gegenüber aponet.de, der dem Potential von Cannabis grundsätzlich positiv gegenüber stehe.

Die Tests, die Cannabis genauso wie andere Arzneimittelanwärter durchlaufen muss, um als Arzneimittel zugelassen zu werden, gliedern sich in verschiedene Phasen. Erfolgsversprechende Substanzen werden zuerst an Zellen und später an Tieren getestet. Kann man danach davon ausgehen, dass die Substanz nicht schädlich für den menschlichen Organismus ist, werden Studien mit Testpersonen durchgeführt. Zuerst nur mit wenigen Teilnehmern, später mit mehreren Tausend Patienten, bis sich herausstellt, dass ein Medikament keine nicht vertretbaren, negativen Eigenschaften hat.

Es sieht jedoch so aus, als ob sich die Datenlage zu medizinischen Anwendungen von Cannabis in absehbarer Zeit verbessern wird: Beispielsweise verlaufen die Untersuchungen bei chronischen Tumorschmerzen, akuter Schizophrenie oder Hirntumoren positiv. Somit könnten bald viel mehr Patienten mit Cannabis behandelt werden.

Foto: Stefan Klövekorn / pixelio.de

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