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Krankenhäuser

Feldzug der Krankenkassen gegen gefälschte Klinik-Abrechnungen

Spitzenverband sagt Manipulationen den Kampf an
veröffentlicht am 14.05.2019 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Abrechnungen von Kliniken sind oft fehlerhaftAbrechnungen von Kliniken sind oft fehlerhaft(c) JormaBork / pixelio.de
Mehr als die Hälfte aller Krankenhausabrechnungen, die auf dem Tisch der Krankenkassen landen, ist falsch. Diese verheerende Zahl gab der GKV-Spitzenverband nach einer aktuellen Aufrechnung geprüfter Abrechnungen der letzten Jahre bekannt. Nun soll sich einiges ändern.

2019-05-14T12:24:00+00:00
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Das dreiste Vorgehen der Kliniken hatte nur ein Ziel – möglichst hohe Summen von den Krankenkassen abzukassieren. Notaufnahmebehandlungen seien beispielsweise in fiktive stationäre Aufenthalte verwandelt, eine vorzeitig abgebrochene OP als durchgeführt deklariert und somit mit einem Mehraufwand von 24.000 Euro berechnet  worden.

Krankenkassen um Milliarden geprellt

Die Fehler und Unregelmäßigkeiten seien in allen Rechnungsbereichen zu finden gewesen, so der Verband. Entweder seien die Daten nur unvollständig übermittelt worden oder wurden nach  Rechnungseingang von den Kliniken noch abgeändert. Mehr als jede zweite Rechnung soll durch die Krankenhäuser noch im Nachhinein abgeändert worden sein. Auch die eigentlichen Rechnungsbeträge seien zum Teil falsch oder unpassend zur erfolgten Versorgung ausgewiesen worden – mit der Folge einer wesentlich höheren Rechnungssumme.  

Knapp 3 Milliarden Euro mussten die Kliniken daraufhin an die Krankenkassen wieder zurückzahlen.  Der Spitzenverband schlägt nun eine Reihe Maßnahmen vor, um das in Zukunft zu verhindern. Die wichtigste Änderung: Falschabrechner blieben bislang straffrei, sollen nun aber sanktioniert werden. Weiterhin soll die nachträgliche Kodierung von Leistungen untersagt werden, die zur Manipulation geradezu einlädt.

Mut zu Sanktionen

„Es erfordert Mut, das Abrechnungsverhalten von Krankenhäusern transparent zu machen und diejenigen zu sanktionieren, die falsch abrechnen“, so v. Stackelberg.“, so Johann-Magnus v. Stackelberg, stellv. Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

 

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