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Eine Woche Zeit für den Krankenschein ? Politik gegen längere Frist für Krankschreibungen

23.02.2015  Wer sich mit Kopfschmerzen, Fieber oder anderen Symptomen für einen Arztbesuch aus dem Bett quält, erlebt meistens ein volles Wartezimmer beim Hausarzt. Schuld daran sind unter anderem auch die geltenden Regeln für Krankschreibungen, die Arbeitnehmern eine enge Frist von maximal drei Tagen für die Einreichung eines Krankenscheins vorschreiben.

Forscher empfehlen Wochenfrist

Gegen die Misere überfüllter Hausarztpraxen hatten Magdeburger Wissenschaftler um den Mediziner Wolfram Herrmann die Idee einer gelockerten Krankschreibungsfrist ins Spiel gebracht. Denn eine an der Magdeburger Uni durchgeführte Studie hatte ergeben, dass in der Hauptsache die benötigten Krankenscheine die Menschen in Scharen in die Wartezimmer der Hausärzte führen. Die Magdeburger Mediziner schlugen eine ganze Woche als mögliche Frist vor, um die Hausärzte zu entlasten.

Bedenken überwiegen bei der Koalition 

Die Vorschläge wurden von der Ärzteschaft begrüßt, während sie bei Koalition in Berlin auf Ablehnung stießen. Für die Ärzte stehe fest, dass es sich bei den Ersuchen um Krankschreibungen oft um medizinisch unnötige Arztbesuche handele. Das Arbeitsministerium dagegen ließ verlautbaren, dass die bestehenden Regelungen  nützlich und sinnvoll seien und keinerlei Änderungen angedacht würden. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach dagegen sorgte sich um die Gesundheit der Arbeitnehmer. Ohne die kurzfristige Krankenscheinpflicht könnten auch Krankheiten verschleppt werden, so der Experte gegenüber Journalisten. Von Seiten der CDU kam der Einwand möglichen Missbrauches. Denn den Unternehmen wäre bei längeren Krankschreibungsfristen die Möglichkeit genommen, die Krankschreibung zu überprüfen.

 

Abbildung oben: Fotolia.com/ RioPatuca Images