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Die Gewinner der Fitnessdaten

03.08.2015 Fitness-Tracker Gesundheitsdaten Das Krankenkassen daran interessiert sind, lieber die Gesundheit ihrer Mitglieder zu erhalten, als eine schwerwiegende und kostenintensive Krankheit aufkommen zu lassen, dürfte allgemein bekannt sein. Dafür gibt es auch schon mal einen Zuschuss zum Beitrag des Fitnessstudios oder für Kurse - wie beispielsweise der Rückenschule.

Jeder Schritt zählt

Um ihre Mitglieder zu mehr Sport zu motivieren, bieten die Barmer GEK und die AOK Nordost ihren Versicherten Programme, mit denen sie ihre Schritte per In-App-Tracking aufzeichnen. Einige Krankenversicherer gehen jetzt einen Schritt weiter und wollen die Fitness-Daten ihrer Mitglieder aus Apps sammeln. Je mehr Versicherte ihre Daten preisgeben, umso genauer würde die Risikoanalyse der Krankenkasse werden. Die Schwenninger Krankenkasse startete bereits zu Beginn 2015 sich für die Gesundheitsdaten ihrer Mitglieder zu interessieren, ebenso der private Versicherer AXA Deutschland, der mit der App „Runtastic“ kooperiert.

Fitness-Tracker sind derzeit die beliebtesten tragbaren, internetfähigen Geräte – diese sind auch als Wearables bekannt. Die Krankenkassen profitieren dabei mehr als ihre Träger durch die elektronischen Datensammler. Durch solche digitale Fitnessdaten besteht für die Versicherer die Möglichkeit neue Kunden zu akquirieren oder bestehende Kunden durch Bonusprogramme zu binden. Die Wearables sammeln Informationen über den Gesundheitszustand der Patienten: Blutdruck, Herzfrequenz und Puls stehen hierbei besonders im Fokus. Daraus kann man ableiten, wie oft der Nutzer Sport treibt, wie er sich ernährt und wie er um seine Gesundheit bemüht ist.

AppleWatch per Krankenkasse?

Um auch technikaffine Versicherte zu mehr Bewegung zu motivieren, die mit anderen Gesundheitsangeboten vielleicht nicht so gut erreicht werdern, gewährt die AOK Nordost ihren Mitgliedern in jedem zweiten Kalenderjahr einen Zuschuss zu Pulsmessern oder Fitness-Trackern.* Dieser liegt jedoch bei höchstens 50 Prozent der Kosten und beläuft sich auf einen Gesamtbetrag von maximal 50 Euro. Auf Nachfrage von „CHIP “, einem internetbasierten Testportal, ob auch ein Zuschuss für eine AppleWatch gewährt wird, antwortete die AOK Nordost: "Dieser Zuschuss wird für sämtliche Geräte gewährt, die Herzfrequenz, Streckenlänge, Höhenmeter, Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch dokumentieren, also für Fitnessarmbänder und Smartwatches – auch die AppleWatch.“ 50 Euro Zuschuss zum neuen Handy gibt die Krankenkasse aber nicht, den Mobiltelefone sind generell von dieser Regel ausgeschlossen. Zudem sammle die AOK Nordost keine personenbezogenen, persönlichen Daten der Versicherten, weder über das Programm AOK mobil vital, noch über eine andere App, sagt Pressesprecherin Gabriele Rähse.

Geräte und Apps können auch abhängig machen

Langfristig können die Krankenversicherungen mit Hilfe von Digital-Fitness-Tracking-Programmen die Gesundheitskosten senken und eine stärkere Kundenbindung erreichen. Andererseits können derartige Apps auch zu einer Störung des eigenen Wohlbefindens führen und ins Gegenteil umschlagen. Viele Angebote werden zur Gefahr, wenn der sportliche Lebensstil zur Jagd nach verbrauchten Kalorien wird und zum zwanghaften Zählen von  Schritten führt. Dann gehören die Datensammler in den APPfalleimer.

*In der News vom 03.08.2015 hatte es fälschlicherweise geheißen: "Um den Versicherten dazu zu bringen, seine Daten der Krankenkasse zur Verfügung zu stellen, gewährt die AOK Nordost ihren Mitgliedern in jedem zweiten Kalenderjahr einen Zuschuss zu Pulsmessern oder Fitness-Trackern.“


Foto: Bernd Kasper / pixelio.de