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Deutlich weniger zuzahlungsfreie Medikamente

05.04.2017

 Zuzahlung

Die Anzahl der rezeptpflichtigen Medikamente, die von der gesetzlichen Zuzahlung befreit sind,  hat sich in den vergangenen Jahren nahezu halbiert. Das teilte der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit. Zum Jahresende 2011 habe es noch 7.252 zuzahlungsfreie Medikamente gegeben, während es im Januar 2017 nur noch 3.706 gewesen seien.

Der Rückgang hängt mit dem sinkenden Angebot an wirkstoffgleichen günstigen Medikamenten zusammen. Denn von der Zuzahlung befreit sind Medikamente immer dann, wenn sie mindestens 30 Prozent weniger kosten als es der festgelegte Erstattungsbetrag ( Festbetrag) der Krankenkassen vorsieht. Im Jahr 2011 gab es also wesentlich mehr kostengünstige Alternativen in der Apotheke als heute.

Patienten haben Wahlrecht 

Wenn der Arzt ein Mittel verschreibt und in der Apotheke eine Zuzahlung fällig wird, haben Patienten das Recht, sich für ein wirkstoffgleiches Präparat in derselben Medikamentengruppe zu entscheiden. Die Apotheker sind zur Beratung und Aushändigung von Generika und anderen günstigen alternativen Medikamenten verpflichtet. Auch gegenüber dem verschreibenden Arzt kann die Zuzahlung thematisiert und die Verschreibung eines günstigeren wirkstoffgleichen Mittels angeregt werden.


>> Zuzahlungsfreie Medikamente - vollständige Liste

Zuzahlung von fünf bis zehn Euro

Die gesetzliche Zuzahlung für verschriebene Medikamente beträgt zehn Prozent des Apothekenpreises. Es werden mindestens fünf Euro und maximal zehn Euro fällig. Pro Jahr dürfen die Zuzahlungen aber nicht zwei Prozent des Bruttoeinkommens überschreiten. Ist die Belastungsgrenze beim Einkommen überschritten, kann eine Zuzahlungsbefreiung für das Kalenderjahr beantragt werden.

 

Foto: Bernd Kasper / pixelio.de