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DAK-Gesundheit fordert neuen Wettbewerb - Krankenkassenbudgets für Forschung und Entwicklung

10.06.2015

DAK Zentrale HamburgDie DAK-Gesundheit fordert einen Neubeginn im Wettbewerb der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Ziele der angestrebten Reform seien mehr Qualität und Effizienz in der Versorgung von Versicherten. Ein eigenständiges Krankenkassenbudget für Forschung und Entwicklung solle demnach Innovationen finanziell ermöglichen.

Ein reiner Preiswettbewerb, wie er bisher bestehe, komme vor allem den 80 Prozent der zumeist jungen, gesunden Versicherten zugute, da er Anreize biete, Geld zu sparen. Zur Last falle er zumeist älteren, chronisch Kranken, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Krankenkasse, Herbert Rebscher, auf der Internetpräsenz der DAK. Letztlich schwäche der Preiswettbewerb das Solidarsystem der GKV.
Die DAK-Gesundheit offeriert ein eigenständiges Krankenkassenbudget für Forschung und Entwicklung, das Versorgungsinnovationen finanziell ermöglichen soll. Als Größenordnung werden nach einem Gutachten des IGES-Instituts (Institut für Gesundheit und Sozialforschung) 0,5 Prozent des gesamten Beitragsaufkommens in der gesetzlichen Krankenversicherung genannt. Das würde derzeit laut Gutachten 922 Millionen Euro ausmachen. Die Mittel sollen aus dem Gesundheitsfonds kommen.

Ziel: Nachweisbaren Nutzen für Patienten schaffen

Über die Verwendung sollten die einzelnen Krankenkassen selbst entscheiden. Ziel sei, die teils hohen Überdeckungen für gesunde Versicherte abzubauen und für die Patientenversorgung einzusetzen. Krankenkassen sollten spürbare Anreize haben, die Qualität und Effizienz der Versorgung zu erhöhen“, erklärt Martin Albrecht, Geschäftsführer des IGES Instituts. Innovationen sollten immer einen nachweisbaren Nutzen für Patienten haben. Innerhalb der gesetzlichen Krankenkassen gibt es seit längerem Verdrossenheit über die jeweiligen Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds.

Unterstützung aus der Politik

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Maria Klein-Schmeink erklärte ihre Unterstützung für das Vorhaben der DAK-Gesundheit in der Tageszeitung „Frankfurter Allgemeine“: "Wir weisen schon lange darauf hin, dass der reine Preiswettbewerb, wie die Bundesregierung ihn mit den Zusatzbeiträgen schafft, zu großen sozialen Schieflagen geführt hat." Die Kassen würden zu Lasten der Versorgung der Patienten sparen. Neue Versorgungsformen wären dringend nötig, die insbesondere der steigenden Zahl hochbetagter Patienten mit Mehrfacherkrankungen zugutekomme.

Foto: DAK-Gesundheit / Wigger

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