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Cannabistherapie: Bundesbehörde gibt Grünes Licht für Eigenanbau von Cannabis

04.10.2016

Eigenanbau von cannabis ist zum ersten mal legalisiert worden.

(c) NicoLeHe / Pixelio.de | Zum ersten Mal darf in Deutschland medizinisch wirksamer Hanf legal in einer Privatwohnung angebaut werden. Ein 53-jähriger MS-Patient aus Mannheim hat vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Anbauerlaubnis für parallel bis zu 20 Cannabispflanzen in seinem heimischen Badezimmer erhalten.

Ausweg aus der Kostenfalle bei Cannabistherapie

Bislang war betroffenen Patienten eine Cannabis-Therapie auf legalem Weg nur über den Erwerb kostenintensive Apothekenprodukte möglich. Dafür hätten sie für ein einziges Gramm 15 Euro aus eigener Tasche berappen müssen. Der Patient aus Mannheim klagte sich mit dem Argument der finanziellen Unzumutbarkeit erfolgreich durch alle Instanzen und hatte im Frühjahr 2016 schließlich Recht bekommen. Die Behörde kam mit der Erlaubnis zum Anbau nun dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes nach. Der Kläger darf das Cannabis nun selbst anbauen, ernten und für seine eigene Behandlung verwenden. Alle für die Therapie nicht benötigten Pflanzenteile sind laut der Auflage zu vernichten.

Erfolgreiche Klage veränderte Rechtslage  

Mit der Entscheidung sind nun auf rechtlichem Wege Bedingungen geschaffen worden, die auf politischem Wege immer verhindert wurden. Denn der Eigenanbau zu medizinischen Zwecken war bislang ein Tabu für den Gesetzgeber. Allerdings liegt seit einigen Monaten ein neuer Gesetzentwurf der Bundesregierung vor, der die Verschreibungsfähigkeit und auch die Erstattungsfähigkeit von medizinisch wirksamen Hanfprodukten regeln soll.



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