Werbung

Bundestag beschloss Cannabis auf Rezept - Krankenkassen müssen Blütentherapie übernehmen

23.01.2017


Der Bundestag hat Cannabis für Anwendungen als Medikament unter bestimmten Voraussetzungen legalisiert. Eine entsprechende Gesetzesvorlage hat nach jahrelangen politischen Auseinandersetzungen am 19. Januar den Bundestag passiert.

Keine Wartezeiten für Verschreibung

Ärzte dürfen, wenn sie es für nötig halten, Cannabispräparate bei bestimmten Diagnosen verschreiben und müssen nicht erst darauf warten, dass alle anderen Therapien nicht mehr anschlagen. Zur Anwendung kann der Wirkstoff etwa bei chronischen Schmerzen, Appetitlosigkeit oder nach einer Chemotherapie kommen.  

Die gesetzlichen Krankenkassen müssen in Zukunft die Kosten für eine Cannabisblüten-Therapie übernehmen. Um den Patienten schnelle und unbürokratische Hilfe zukommen zu  lassen, wurde die Genehmigungsfrist für eine Kostenübernahme auf drei Tage begrenzt.

Geregelter Anbau von Cannabis

Der Verkauf von Cannabis als Rauschmittel bleibt weiterhin verboten, während der Anbau zu medizinischen Zwecken unter staatliche Kontrolle gestellt wird. Dazu soll eine Agentur beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geschaffen werden, die neben der Qualitätssicherung auch den Handel zwischen Anbaubetrieben und den Apotheken abwickeln soll.

Bislang mussten schwerkranke Patienten für eine Cannabistherapie eine Sondergenehmigung beantragen und die Medikamente aus eigener Tasche finanzieren. Lob für das neue Gesetz gab es ausdrücklich auch von der Opposition, die sich auch positiv über den Verlauf des parlamentarischen Verfahrens äußerte. Da das Gesetz nicht zustimmungspflichtig im Bundesrat ist, kann es im März wie geplant in Kraft treten.

 

Foto: Nicole He / pixelio.de