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Bundesregierung: Krankenkassen sollen ab 2017 Cannabis-Medikamente erstatten

04.05.2016

Cannabisanbau und Cannabis-Medikamente sollen staatlich kontrolliert stärker legalisiert werdenDie medizinische Wirkung von Cannabis soll nach dem Willen der Bundesregierung schon bald wesentlich mehr schwer kranken Schmerzpatienten zugute kommen – auf Kosten der Krankenkassen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf von Gesundheitsminister Gröhe wurde am 4. Mai vom Bundeskabinett bestätigt und soll 2017 in Kraft treten.  

Ausweitung der Bandbreite zugelassener Mittel und Wirkstoffe

Neben bislang erhältlichen legalen Cannabispräparaten sollen in Zukunft auch Cannabisblüten und -auszüge von den Apotheken gegen Rezept ausgehändigt werden dürfen. Um dem zu erwartenden Bedarf gerecht zu werden, soll auch der kontrollierte Anbau von Hanf zu medizinischen Zwecken erlaubt werden. Die Überwachung von Anbau und Verarbeitung soll ein staatliches Institut übernehmen. Bereits seit dem Jahr 2011 sind in Deutschland bestimmte Cannabis-Medikamente zugelassen. Zu diesen zählen Dronabinol-Präparate oder das krampflösende Mittel Sativex, mit denen bereits mehrere tausend Menschen pro Jahr behandelt werden.

Kostenübernahme per Kassenrezept statt legalisiertem Eigenanbau

Genehmigt wurde auch in wenigen Einzelfällen der Eigenanbau von Cannabis für Schmerzpatienten, die sich die teuren Cannabis-Arzneimittel trotz Ausnahmegenehmigung nicht leisten konnten. In Zukunft sollen die gesetzlichen Krankenkassen diese Mittel übernehmen. Gleichzeitig soll mit der Kostenübernahme die medizinische Wirkung von Cannabis begleitend erforscht und die Qualität der Präparate gesichert werden.

Cannabis kein Allheilmittel

Der Deutsche Hanfverband warne allerdings vor überzogener Euphorie. Cannabis sei weder ein Wundermittel noch könne es allen Patienten helfen, hieß es in einer Erklärung. Die spezifische Wirkung von Cannabis sei vielmehr ein Linderungseffekt von Beschwerden wie Schmerzen, Krämpfen, Rheumatismus oder Appetitlosigkeit. Menschen mit psychischen Problemen oder Herzkranke sollten Abstand von Cannabisprodukten halten.

 

Bildquelle: angieconscious  / pixelio.de

 


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