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Berufsverbände warnen vor Ärztemangel in Deutschland

27.02.2014


Durch den wachsenden Ärztemangel entstehen in Deutschland immer größere Lücken bei der medizinischen Versorgung. Darauf haben die Bundesärztekammer (BÄK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nach neuesten Erhebungen eindringlich hingewiesen.


Alterung und Fluktuation ins Ausland 

In den kommenden sechs Jahren werde die Zahl der  Hausärzte um erschreckende 7000 sinken, so die Verbände. Das liege zum großen Teil an den fehlenden Nachfolgern für Praxen, die aus Altersgründen aufgegeben werden. Das Durchschnittsalter bei den Medizinern liegt derzeit bei knapp 52 Jahren. Weitere Gründe sind die hohe Fluktuation von Absolventinnen und Absolventen der Medizin ins Ausland sowie die hohe Zahl der Abbrecher beim Studium.

Insgesamt müssten allein im ambulanten Bereich über 50.000 Ärzte bis zum Jahr 2020 ersetzt werden. Ärztevertreter Frank Ulrich Montgomery äußerte in diesem Zusammenhang die Ansicht, dass man sich in Deutschland längst auf dem „Weg in eine Wartelistenmedizin befinde“.


Augenärzte, Gynäkologen, Hautärzte und Neurologen fehlen am meisten

Die größten Lücken in der Versorgung drohen bei Augenmedizinern sowie Frauen-, Haut- und Nervenärzten. In den strukturschwachen Gebieten ließen sich dann auch ungern junge Absolventen nieder, weil eine Praxisgründung auch ein wirtschaftliches Risiko darstelle.
 Die Verbände sehen es als dringend für die Lösung der Probleme an, dass die Zahl der Abbrecher gesenkt und Anreize für die Niederlassung in schwachen Regionen gegeben werden.