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Bayern fordert Fonds für Opfer von Behandlungsfehlern

08.11.2016


Die bayerische Landesregierung hat sich im Bundesrat für einen Entschädigungsfonds eingesetzt, mit dem Opfer ärztlicher Behandlungsfehler unterstützt werden sollen. Dieser soll bei erheblichen gesundheitlichen Schädigungen wirksam werden, für die als Ursache Behandlungsfehler angenommen werden aber nicht bewiesen werden können. Finanziert werden soll dieser Entschädigungsfonds aus dem Bundeshaushalt.

Entschädigung ist Ausnahme

Der Landeschef der Techniker Krankenkasse Bredl begrüßte den Vorschlag, plädierte aber gleichzeitig für ein anderes Finanzierungsmodell zu Lasten der „Verursacher“ anstatt der Steuerzahler. In jedem Falle, so Bredl, dürften die Opfer von Behandlungsfehler nicht „durch langwierige Verfahren zum zweiten Male zum Opfer gemacht werden."


Welche Krankenkassen bieten Unterstützung bei vermuteten Behandlungsfehlern? >> Liste Testergebnisse


Die Fallstatistiken zeigen, dass nur ein geringer Teil der angezeigten Verdachtsfälle von knapp 15 Prozent tatsächlich anerkannt wird. Der größte Teil der Fälle kann auch juristisch nicht bewiesen werden und die betroffenen gehen dabei leer aus, obwohl sie zum Teil schwer geschädigt sind.  

Erschreckend hohe Fallzahlen

Der neue Fonds hat das Ziel, die Dunkelziffer von nicht entschädigten Fällen zu verringern. Schätzungen gehen von jährlich 350.000 bis mehr als 700.000 fehlerhaften Behandlungen in Deutschland aus. Im Jahr 2014 wurden über 12.000 Anträge auf Anerkennung gestellt.

Bei den Schlichtungsstellen der Ärztekammern wurden im Jahr 2014 insgesamt 12.053 Anträge auf Anerkennung als Behandlungsfehler gestellt. Die häufigsten Vorkommnisse werden in der Chirurgie, der inneren Medizin und der Gynäkologie aktenkundig.

 

Foto: (c) Thorben Wengert / pixelio.de

 

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