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Pflege

BARMER Pflegereport: Pflegekräfte mit am häufigsten von Corona-Infektion betroffen

veröffentlicht am 02.03.2021 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Pflege im KrankenhausPflege im Krankenhaus(c) JMG / Pixelio.de
Während der Corona - Pandemie leiden Pflegekräfte häufiger unter einer erhöhten Belastung als andere Berufsgruppen. Dazu zählen schwere körperliche als auch psychische Belastungen, aber auch Covid-19-Erkrankungen. Das geht aus dem aktuellen Pflegereport der BARMER hervor.

2021-03-02T13:52:00+01:00
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4.000 Pflegekräfte pro Jahr fallen aus wegen Krankheit oder Frühverrrentung

Diese Erkenntnis ermittelte die BARMER anhand eines Branchenvergleichs. Dafür wurden Covid - 19 - Erkrankte aus 20 verschiedenen Berufsgruppen untersucht. Demnach waren Ende des letzten Jahres statistisch 7,9 je 1.000 Altenpfleger und Altenpflegerinnen wegen einer Covid - 19 - Infektion krankgeschrieben. Knapp dahinter wurden Beschäftigte aus anderen Gesundheits- und Krankenpflegeeinrichten genannt, sowie Rettungsdienste und Geburtenhilfe. Laut Berechnungen würden der Branche aktuell mehr als 4.000 Pflegekräfte pro Jahr fehlen und das allein durch Erkrankungen oder gar Frühverrentungen.

Insgesamt lässt der Report einen schlechten Gesundheitszustand der Pflegekräfte erkennen, insbesondere im Bereich der Altenpflegeberufe. Die Barmer dringt nun auf schnellstmöglich geplante Verbesserungsmaßnahmen, um einer weiteren negativen Entwicklung entgegenzuwirken. "Die Arbeitssituation in der Pflege greift die Gesundheit der Beschäftigten massiv an.", kommentierte Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph Straub die Ergebnisse."Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden, zumal die Corona-Pandemie die angespannte Arbeitssituation der Pflegekräfte noch einmal verschärft“, so Straub.

Mehr Prävention und Ausbildungsplätze nötig

„Die Arbeitsbedingungen in der Pflege können nicht so bleiben, wie sie sind.", sagte Studienautor Prof. Dr. Heinz Rothgang von der Universität Bremen. Die Arbeitgeber seien in der Pflicht, "neben geregelten Arbeitszeiten stärker auf Vorsorge zu setzen. Es kann nicht angehen, dass nicht einmal jede zweite stationäre Pflegeeinrichtung Präventionskurse für ihre Beschäftigten anbietet“ so Rothgang.

BARMER-Chef Straub sieht in der Pflegefachkräfteoffensive der Bundesregierung bis 2023 einen richtigen Schritt. Daneben sei aber auch eine Aus- und Weiterbildungsoffensive zwingend erforderlich. Die Pflegedienste und Pflegeheime müssten dazu mehr Ausbildungsplätze für Pflegehilfskräfte anbieten.

(c) BARMER (c) BARMERCOVID-19-Erkrankungen nach Berufsgruppen

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