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Arzneimittelkosten bei den Krankenkassen gestiegen

16.02.2015 Die steigenden Arzneimittelkosten machen den Krankenkassen und Gesundheitspolitikern Sorgen. Die durchschnittlichen pro-Kopf-Ausgaben für Medikamente stiegen in Deutschland von 286 Euro im Jahr 1999 bis auf über 500 Euro im Jahr 2012 an. In den ersten drei Quartalen 2014 gaben die gesetzlichen Krankenkassen knapp 25 Milliarden Euro für Arzneimittelverordnungen ihrer Versicherten aus – fast zweieinhalb Milliarden mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.Die Teuerungen könnten schon bald auch zu steigenden Zusatzbeiträgen führen.

 

Kostentreiber Neuentwicklungen

Schuld an diese Entwicklung sind unter anderem die besonders teuren Neuentwicklungen am Arzneimittelmarkt. Bekannt wurde beispielsweise ein Medikament gegen Hepatitis C mit dem Namen Sovaldi mit einem Packungspreis für 29 Stück von 14.500 Euro. Der herstellende Patentinhaber-Konzern konnte fast allein durch dieses Medikament seinen Unternehmensgewinn von vier auf zwölf Milliarden Dollar verdreifachen. Nicht nur in Deutschland sorgt das Thema für Diskussionsstoff. In Österreich forderte ein führender Sozialversicherungsmanager eine Diskussion auf EU-Ebene. Der Päsident der österreichischen Apothekerkammer, Kobinger, sagte, dass derart teure Produkte das Gesundheitssystem in Gefahr brächten.

 

Teuer ist nicht gleich sinnvoll

Ein aktueller Report der DAK Gesundheit belegte, dass lediglich 50 Prozent der neu entwickelten und oft sehr teuren Medikamente einen zusätzlichen Nutzen für die Patienten aufweisen könne. Doch trotzdem würden in der Praxis genau die Arzneien ohne Zusatznutzen gegenüber bislang üblichen Medikamenten sehr oft verordnet.

 

Hochpreis-Arzneien kosten die Kassen Millionen auch bei weniger Verordnungen 

Der Anteil von sehr hochpreisigen Medikamenten an den Arzneimittelausgaben der Krankenkassen steigt. Besonders bei der Bekämpfung von Krankheiten wie Krebs, Rheuma, MS oder dem HIV-Virus kommen immer mehr teure Arzneien zum Einsatz. Präparate wie Humira ( Abbvie), Enbrel ( Pfizer), Avonex ( Biogen ) oder Truvada ( Gilead ) verursachten der GKV 2012 jedes für sich Kosten im zweistelligen Millionenbereich, obwohl sie nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Verordnungen ( < 20.000 ) jeweils auf sich vereinten. Jedes einzelne dieser hier aufgeführten Mittel verursachte den gesetzlichen Kassen 2012 mehr Kosten als beispielseise das millionenfach verordnete Schmerzmittel Ibuflam mit dem Wirkstoff Ibuprofen.