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AOK und Techniker Krankenkasse bieten die meisten Gesundheits-Apps an

12.08.2016

Mobile Gesundheits-Apps sind auf dem Vormarsch

Foto: Ute Mulder / pixelio.de

Immer mehr Krankenkassen bieten ihren Versicherten die Nutzung von mobilen Gesundheits-Apps mit den unterschiedlichsten Möglichkeiten an. AOK-Versicherte können dabei auf die größte Auswahl zurückgreifen. Das hat eine Umfrage des Branchendienstes krankenkasseninfo.de ergeben.

An der Umfrage im Juli 2016 haben sich mehr als fünfzig gesetzliche Krankenkassen beteiligt. Insgesamt 31 Krankenkassen gaben an, bereits eine oder mehrere mobile Anwendungerprogramme für Smartphone oder Tablet anzubieten. Den zahlenmäßig größten Umfang an Apps erreicht dabei die AOK. Allein auf der Website der AOK Hessen haben Versicherte die Auswahl unter 13 Anwendungen. Insgesamt können die einzelnen AOKn auf mehr als 20 Apps zurückgreifen und ihren Versicherten zugänglich machen. Die Funktionen reichen dabei von einer Info-App für türkischsprachige Versicherte über eine UV- und Ozonwerte-App für sommerliches Sonnenbaden bis hin zu mobilen Kalorien-Einkaufshilfen, einem elektronischen Fitnessmanager oder einem Gesundheits-Quizspiel. Weitere Krankenkassen, darunter die DAK-Gesundheit, die BKK VBU oder die pronova BKK gaben an, bereits an der Entwicklung von Apps zu arbeiten bzw. eine oder mehrere Apps zu planen.  

 

Praktische Helfer in vielen Situationen

Auch die Techniker Krankenkasse wartet mit einem großen App-Angebot auf. TK-Versicherte können beispielsweise die Diagnoseschlüssel auf Krankschreibungen selbstständig per App nachschlagen oder sich in einer Datenbank bundesweit über die Quialität von Kliniken informieren. 

Die Notfall-App der Audi-BKK ermöglicht es, bei Unfällen oder in akuten Notsituationen, einen schnellen Notruf mit einer exakten satellitengestützten Positionsangabe abzusetzen. Die erforderlichen Notfalldaten können, wenn man sie vorab gespeichert hat, im richtigen Augenblick mit der App abgerufen werden. Eine nützliche App für pflegende Angehörige ist das elektronische Pflegetagebuch der Siemens Betriebskrankenkasse, eine von derzeit drei Smartphone-Anwendungen für Versicherte der SBK.

 

Kostenübernahme für Gesundheits-Apps von Dritten

Die Techniker Krankenkasse übernimmt seit Oktober 2015 erstmals auch Kosten für die Nutzung einer Gesundheits-App eines externen Anbieters. So können Menschen mit chronischem Tinnitus-Syndrom eine innovative Therapie-App nutzen, bei der das Gehirn neurophysiologisch trainiert wird. Dazu hat die Techniker Krankenkasse einen Vertrag mit dem Entwickler geschlossen und verweist auf ihrer Website auf den Anbieter.

 

Streitfall Gesundheits-Apps

Gerade in Bezug auf die Weiterleitung an private Anbieter ist das Thema Gesundheits-Apps in den vergangenen Monaten kontrovers in den Medien diskutiert worden. Nicht selten wurde den Krankenkassen der direkte oder indirekte Vorwurf gemacht, ihre Versicherten ausspionieren zu wollen. Die Verbraucherzentralen betonen, dass Gesundheits-Apps das Leben von Patienten verbessern können, forderten aber gleichzeitig von der Politik die Schaffung von Qualitäts- und Sicherheitsstandards, um Patientinnen und Patienten vor Übergriffen der Gesundheitsindustrie zu schützen.

Private App-Anbieter im Gesundheitsbereich können sich zu einem freiwilligen Ehrenkodex verpflichten und dürfen im Gegenzug dann mit einem entsprechenden Siegel werben. Dieses Unbedenklichkeits-Siegel wird von der Online-Plattform Healthon verliehen, dem größten Bewertungsportal für Gesundheits-Apps.