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Corona-Krise

AOK sieht Zusatzbeitrag nach der Wahl 2021 bei 2,5 Prozent

Bundesverband: Kassen dürfen nicht geschröpft werden
veröffentlicht am 13.11.2020 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Wie hoch steigt der Zusatzbeitrag in der Corona-Krise?Wie hoch steigt der Zusatzbeitrag in der Corona-Krise?(c) Gerd Altmann / Pixabay / CC0
Der AOK-Bundesverband hat vor einem dramatischen Beitragsanstieg der Krankenkassen nach der kommenden Bundestagswahl gewarnt. Der Satz könnte sich im Schnitt bis zum Jahr 2022 gegenüber dem derzeitigen Niveau mehr als verdoppeln.

2020-11-13T16:11:00+01:00
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Im Zusammenhang mit dem befürchteten Beitragsanstieg äußerte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes Martin Litsch scharfe Kritik an der Gesundheitspolitik in der Corona-Krise. Dass die Mehrkosten zum Teil aus den Rücklagen der Gesetzlichen Krankenversicherung aufgebracht werden müssten, bringe die Kassen in Schieflage.

Kosten explodieren, Einnahmen sinken

Martin Litsch Martin Litsch(c) AOK Mediendienst
Zum einen würden die Kosten wegen der Krise explodieren, zum anderen würden aber auch die Beitragseinnahmen durch die abgebremste Konjunktur wegbrechen. Die Koalition wolle nun „das Milliardenloch zu mehr als zwei Dritteln mit dem Geld der Beitragszahler stopfen, indem die Krankenkassen geschröpft werden“, so Litsch in unmissverständlicher Deutlichkeit.

„Ohne Gegensteuern droht dann ein Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitrags von 1,3 Prozent auf 2,5 Prozent”, äußerte AOK-Chef Litsch in der „Augsburger Allgemeinen”. Der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Aussicht gestellte einmalige Extra-Zuschuss von fünf Milliarden Euro sei längst nicht ausreichend, um die prognostizierte Finanzlücke in 2021 von 16 Milliarden Euro zu decken, so Litsch.

Lieber jetzt handeln als später

Als Konsequenz forderte Litsch eine stärkere Anhebung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags im kommenden Jahr. Die Steigerung um 0,2 Prozentpunkte in 2021 auf 1,3 Prozent sei wahrscheinlich zu niedrig angesetzt. Denn die Krankenkassen sind gezwungen, ihre Rücklagen abzubauen.

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