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Ärztetag zur Hebammen-Problematik: Staat soll Haftung bei Geburtshilfe übernehmen

02.06.2014  Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery kam aus aktuellem Anlassauf dem 117. Deutschen Ärztetag gleich in der Eröffnungsrede in Anwesenheit von Gesundheitsminister Gröhe auf die Situation der Hebammen zu sprechen.

Montgomery merkte an, dass das Problem steigender zu versichernder finanzieller Risiken nicht nur die freiberuflichen Hebammen allein, sondern den gesamten geburtsmedizinischen Bereich betreffen würden.  Der Kern des Problems liege in der juristischen Praxis begründet, wo die Schadenssummen aus Behandlungskosten, Pflegekosten, entgangenen Einkommen und Schmerzensgeld zusammengesetzt werden und mittlerweile 20 mal so hoch liegen wie in den 90er Jahren. Dadurch werde die Absicherung der Geburtshilfe unbezahlbar für alle.

Der Ärztepräsident hatte gleich mehrere Lösungsvorschläge im Gepäck. Aus familienpolitischen Gründen schlug er ein Staatshaftungsmodell für die Geburtshilfe und parallel einen Hochrisikopool vor. Diese Maßnahmen könnten die Versicherungsprämien mindern und politische Einflussnahme auf die Krankenkassen ermöglichen, die ebenfalls hohe Forderungen bei Schadensfällen an die Hebammen stellen würden. Außer dem sollte nach Ansicht der Ärzte die Mehrwertsteuer auf Haftpflichtversicherungen gesenkt oder abgeschafft werden.



Quelle:  Bundesärztekammer