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Ärzte und Zahnärzte protestieren: Unabhängige Patientenberatung bald in privater Hand?

04.07.2015

Die mögliche Vergabe der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) an einen privatwirtschaftlich betriebenen Servcice-Dienstleister hat bei der Ärzteschaft  zu heftigen Protestreaktionen geführt.
Laut Zeitungsberichten soll das  Duisburger Callcenter Sanvartis die UPD ab 2016 übernehmen. In einer gemeinsamen Presseerklärung von Ärzte- und Zahnärzteverbänden bekundeten Mediziner und Zahnmediziner ihre Zweifel, ob ein Callcenter, welches bereits für einzelne Krankenkassen tätig war, die Aufgaben einer unabhängigen Beratung gewährleisten könne. Die Krankenkassen dürfen laut Gesetz auf die Beratungen von Patienten und Versicherten keinen Einfluss nehmen.
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Seit ihrer Gründung im Jahr 2006 wurde die UPD mit ihren 21 Servicestellen bislang von den Verbraucherzentralen und dem größten deutschen Sozialverband getragen. Der Spitzenverband der Krankenkassen hat den Betrieb der Patientenberatung für die kommenden sieben Jahre ausgeschrieben. Die vom Gesetzgeber vorgeschriebene jährliche Budgetsumme  der UPD beläuft sich auf neun Millionen Euro.

Die Verbände wandten sich an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU) und forderten ihn auf, sich im Sinne der Patienten in das laufende Vergabeverfahren, einzubringen. Laut Gesetz ist der Patientenbeauftragte in das Vergabeverfahren eingebunden.