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170 Millionen Euro im Minus – Krankenkassen starten mit Defizit

29.06.2015

Krankenkassen DefizitIn der gesetzlichen Krankenversicherung ist im ersten Quartal 2015 ein Minus von knapp 170 Millionen Euro angefallen. Dies teilte das Bundesgesundheitsministerium bereits am 23. Juni in Berlin mit. Das Defizit erkläre sich dadurch, dass die Kassen die neuen prozentualen Zusatzbeiträge mit 0,83 Prozent des Bruttolohns geringer angesetzt hätten als den noch im vergangenen Jahr fälligen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent. Viele Kassen wollten ihre Versicherten dadurch an ihren Finanzreserven beteiligen. Ohne die Mindereinnahmen hätten die 124 gesetzlichen Kassen im 1. Quartal ein Plus gemacht, betonte das Ministerium.

Große Unterschiede zwischen den gesetzlichen Krankenkassen

Demnach standen den Einnahmen in Höhe von rund 53,08 Milliarden Euro Ausgaben von 53,25 Milliarden Euro gegenüber. Differenziert man das Ergebnis auf die unterschiedlichen Krankenkassenarten, werden große Unterschiede ersichtlich. 67 Kassen erzielten einen Überschuss, 57 Kassen ein Minus. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) etwa verbuchten ein Plus von 36 Millionen Euro. Die Ausgaben der Ersatzkassen mit den Marktführern Barmer GEK und Techniker Krankenkasse (TK) waren hingegen um 101 Millionen Euro höher als ihre Einnahmen.

Der Gesundheitsfonds fuhr wie zu Jahresanfang üblich ein Defizit ein. Trotz steigender Ausgaben verfügt die gesetzliche Krankenversicherung aber weiter über Rücklagen von 25,3 Milliarden Euro, wovon 15,5 Milliarden Euro bei den Kassen selbst liegen. Damit stehe die Krankenversicherung weiterhin auf einer "soliden Grundlage", sagte Gesundheitsminister Hermann Gröhe. Die Rücklagen seien mehr als doppelt so hoch wie die gesetzlich vorgesehene Mindestreserve.

Krankenkassen warnen vor steigenden Zusatzbeitrag

Die Kassen warnen jedoch seit langem, durch steigende Ausgaben und die zahlreichen Reformen der Regierung entstünden immer weitere Kosten, so dass die Versicherten in den nächsten Jahren mit deutlich steigenden Zusatzbeiträgen rechnen müssten. Zuletzt verkündeten die SECURVITA Krankenkasse und die IKK Nord eine Anhebung des Krankenkassenbeitrages.
Das Jahr 2014 hatte die GKV mit einem Defizit von 1,2 Milliarden Euro abgeschlossen. Im ersten Quartal waren es 270 Millionen Euro gewesen.

Foto: Benjamin Klack / pixelio.de