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100 Millionen Euro pro Tag für Arzneimittel: GKV-Halbjahresbilanz veröffentlicht

14.10.2014

Die gesetzlichen Krankenkassen sind laut statistischem Bundesamt in den ersten beiden Quartalen 2014 tief in die roten Zahlen gerutscht. Demnach betrug das Defizit nach den ersten sechs Monaten vier Milliarden Euro. Gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum hat sich das Minus damit vervierfacht. Den Einnahmen von 100 Milliarden Euro standen Ausgaben von 103,5 Milliarden Euro gegenüber.

Zusatzleistungen und Geldprämien schlugen zu Buche

Die Ausgaben stiegen dabei doppelt so stark wie die Einnahmen. Als Gründe für die unverhältnismäßig gestiegenen Ausgaben der Kassen wurden die laufenden Prämienzahlungen, die freiwilligen Zusatzleistungen und gestiegene Arzeimittelkosten genannt. Diese stiegen im ersten Halbjahr auf knapp 18 Milliarden Euro. Dies entspricht einem täglichen Kostenbetrag in der GKV von 100 Millionen Euro für Medikamente. Die Ausgaben für Medikamente seien laut destatis auch und vor allem wegen des Wegfallens von Herstellerrabattverträgen mit den Krankenkassen gestiegen, die bis 2013 befristet waren.

Flächendeckende Zusatzbeiträge über 0,9 Prozent wahrscheinlich 

In der Pflegeversicherung sind Einnahmen und Ausgaben im ersten Halbjahr ausgeglichen und belaufen sich jeweils um 12,6 Milliarden Euro.
Ab dem kommenden Jahr verändert sich das Beitragssystem in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Die Krankenkasen sind dann berechtigt, individuell verschiedene Zusatzbeiträge zu erheben, um ihren Finanzhaushalt zu decken. Die jetzige Bilanz lässt es als sehr wahrscheinlich erscheinen, dass viele Krankenkassen Zusatzbeiträge über 0,9 Prozent erheben werden und sich damit für die Versicherten verteuern. 


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