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Haut

Hautkrebs vorbeugen: Warum der Lichtschutzfaktor nicht alles ist

Das eigene Verhalten im Umgang mit Sonne und UV-Strahlung entscheidend
veröffentlicht am 17.07.2019 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Die intensive UV-Strahlung der Sonne birgt zunehmende Gefahren für die GesundheitDie intensive UV-Strahlung der Sonne birgt zunehmende Gefahren für die Gesundheit(c) Rike / pixelio.de
Mit dem Klimawandel in Mitteleuropa steigt auch die UV-Belastung. Gesundheitsexperten und Behörden warnen vor der wachsenden Hautkrebsgefahr. Wer sich davor schützen möchte, sollte sein Verhalten überprüfen. Was zählt noch - außer dem richtigen Lichtschutzfaktor bei der Sonnencreme?   

2019-07-17T13:58:00+00:00
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Durch den Klimawandel in Mitteleuropa werden die hier lebenden Menschen nach Meinung von Experten einer immer höheren UV-Belastung ausgesetzt – mit entsprechend steigenden Risiken für die Gesundheit. Mehrfach wies das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf die so genannten „Mini-Ozonlöcher“ hin, durch die die Intensität und Gefährlichkeit der UV-Strahlung der Sonne bedenklich ansteige. Starke Sonne soll wegen der erhöhten Hautkrebsgefahr nach Möglichkeit vermieden werden, so die BfS-Präsidentin Inge Paulini.

Nicht auf den Sonnenbrand warten

Der Lichtschutzfaktor ist wichtig aber nicht alles Der Lichtschutzfaktor ist wichtig aber nicht alles(c) Manfred Walker / pixelio.de
Hautschäden durch die UV-Strahlung entstehen lange bevor die ersten Zeichen eines Sonnenbrandes zu erkennen sind, heißt es auf der Website der Behörde. Auch die vielfach verkauften Sonnenschutzmittel stellen keinen vollständigen Schutz vor Hautkrebs dar. Ein Teil der Strahlung dringt immer, egal welches Sonnenschutzmittel aufgetragen ist, in die Haut ein. Zwar werde ein Sonnenbrand vermieden. Aber auch ein hoher Lichtschutzfaktor kann bei entsprechend langem Aufenthalt in der Sonne die langfristigen Schädigungen der Haut, die zu Krebs führen können, nicht verhindern. Für Kinder empfiehlt das Bundesamt einen wenigstens einen Lichtschutzfaktor von 30, für Erwachsene mindestens 20. Aufenthalte in großen Höhen (zum Beispiel auf Gletschern), am Wasser und im Süden erfordern ebenfalls ein Sonnenschutzmittel mit einem hohen bis sehr hohen Schutz.

Krankenkassentest Hautkrebsvorsorge - Welche Kassen bieten Zusatzleistungen beim Hautkrebs-Screening?

Steigende Zahlen und regionale Unterschiede

Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen an Hautkrebs liegt in Deutschland derzeit bei circa 270.000 im Jahr. Diese Zahl ist damit so hoch wie bei keiner anderen Krebsart. Jeder siebte Fall davon ist der besonders gefährliche schwarze Melanom. Im untersuchten Zeitrum zwischen 2009 und 2015 nahm der helle Hautkrebs um sage und schreibe 50 Prozent zu, der schwarze um 30 Prozent. Diese erschreckenden Zahlen gehen aus dem jüngst veröffentlichten Hautkrebsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Der Bericht zeigt unter anderem auch, dass es je nach Bundesland ein eunterschiedlich hohe Verbreitung von Hautkrebs gibt. Die meisten Fälle wurden demnach in Niedersachsen. Hessen und Thüringen gemeldet.  

Quelle: Techniker Krankenkasse

Das eigene Verhalten entscheidet mit

Die TK weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Hautkrebs in erster Linie eine verhaltensbedingte Krankheit ist. Wer viel UV-Strahlung vermeidet und sich durch geeignete Kleidung, Schatten und Sonnencremes schützt, kann das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, deutlich senken.

Je nach Hauttyp unterscheidet sich die SonnenverträglichkeitJe nach Hauttyp unterscheidet sich die Sonnenverträglichkeit(c) Erich Westendarp / pixelio.de
Je nach Hauttyp haben menschen unterschiedliche genetische Voraussetzungen, um intensive Sonneneinstrahlung ohne Schaden zu kompensieren. ,menschen mit heller oder sehr heller Haut vertragen nur ein Viertel der Dosis wie dunklere Hauttypen. Wer sein Verhalten entsprechend einstellen und verändern möchte, sollte seinen Hauttyp kennen und beachten.

Welcher Hauttyp bin ich? Die Tabelle listet die Hauttypklassen und empfpohlenen Maximalzeiten für ungeschütze Aufenthalte in der Sonne auf

 Hauttyp IHauttyp IIHauttyp IIIHauttyp IV
Hautsehr hellhellhellbraunbraun
Haarehellblond oder rötlichblonddunkelblondbraun oder schwarz
Sommer-
sprossen
vieleoftohneohne
Rötungimmeroftseltennie
Bräunungkaumgeringmäßigstark
Eigenschutzzeit5 bis 10 Minuten10 bis 20 Minuten20 bis 30 Minuten40 Minuten

Quelle: Krebsgesellschaft NRW

Krankenkassen übernehmen Hautscreening

Regelmäßige Hautkrebsvorsorge gehört ebenfalls zum eigenverantwortlichen Handeln zum Schutz vor Hautkrebs. uach bei dieser Krebsart gilt: je eher ein krebsherd auf der Haut entdeckt und diagnostiziert werdne kann, um so höher die Heilungschancen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ab einem Lebensalter von 35 Jahren zweijährlich die Kosten für ein so genanntes Hautkrebsscreening. Außer dem bieten viele Krankenkassen im Bereich der Hautkrebsvorsorge Zusatzleistungen an. Unter anderem werden höherwertige Untersuchungen mit der Auflichtmikroskopie bezahlt oder die Altersgrenzen für die Kostenübernahme herabgesenkt.

 

 

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