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Impfen

Impfen und Impfpflicht: Was spricht dafür und was dagegen?

Argumente von Impfkritikern und Impfbefürwortern
veröffentlicht am 06.03.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Wird es in Deutschland bald Pflichtimpfungen geben?Wird es in Deutschland bald Pflichtimpfungen geben?(c) seedo / pixelio.de
Über kaum ein Thema wird hierzulande so heftig diskutiert wie über Impfungen. Von den einen als Teil der notwendigen Prävention dringend befürwortet, werden sie von anderen strikt abgelehnt. Für neues Öl im Feuer sorgt der Streit um die Einführung einer Impfpflicht, wie es sie seit 1. Januar 2018 in Frankreich bereits gibt.

2018-03-06T12:31:00+00:00
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Richtig entscheiden – aber wie?

Vielen Eltern fällt es schwer, sich eindeutig für oder gegen die Impfung ihres Kindes zu entscheiden, denn für beide Seiten sprechen Argumente. Im Mittelpunkt der Debatte steht der Sinn und Zweck von Impfungen: der Schutz vor übertragbaren Krankheiten. Geschützt werden sollen in erster Linie die Geimpften. Die Impfung soll aber auch indiekt die weitere Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten vermeiden, zu deren Folgen Todesfälle gehören können.

Zum Beispiel Röteln: Mit der Impfung gegen diese Viruserkrankung soll verhindert werden, dass sich Schwangere in der Umgebung von Infizierten mit Röteln anstecken, da hieraus Schäden für das Ungeborene resultieren können. Viele Kindergärten fordern bereits, dass die Kinder durchgeimpft sind, um den Ausbruch von Krankheiten in größerem Ausmaß zu verhindern.

Impfbefürworter argumentieren außerdem, dass der Rückgang der großen Seuchen in den letzten 150 Jahren der Beweis für die Notwendigkeit von Impfungen sei. Dem halten Kritiker wiederum entgehen, dass die Zahl bestimmter Infektionskrankheiten und Seuchen bereits vor der Einführung der jeweiligen Impfstoffe gesunken gewesen wäre. Zu dem böten Impfungen nicht automatisch lebenslangen Schutz, sondern es seien in der Regel mehrere Auffrischungsimpfungen erforderlich.
Impfkritische Eltern erwidern Beführwortern zudem, dass geimpfte Kinder nicht gesünder seien als ungeimpfte.

Auch um die Nebenwirkungen wird gestritten

Weiterer wichtiger Aspekt der Impfdiskussion sind auftretende Nebenwirkungen, Komplikationen und Langzeitfolgen. Rötungen, Schwellungen und leichte Schmerzen um den Bereich der Einstichstelle gehören zu den häufigsten Impffolgen. Aber auch Fieber, Gliederschmerzen und Übelkeit treten nicht unbedingt selten auf.

Nach den Impfbefürwortern sollen das aber lediglich harmlose Nebenwirkungen der Impfung sein, die zeigten, dass der Körper auf den verabreichten Impfstoff reagiere. Denn bei einer Impfung werden abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger gespritzt, worauf das Immunsystem mit der Antikörper-Bildung reagiert. Die lokalen Reaktionen seien folglich ein Anzeichen für die Entwicklung von Abwehrkörpern. Zu schweren Nebenwirkungen kommt es nach Aussage einiger Impfbefürworter außerdem nur selten; stattdessen kann die entsprechende Krankheit selbst vereinzelt erhebliche Komplikationen mit sich bringen. Das Risiko dafür liege sogar höher, als das Risiko für Impfschäden.

Den Impfgegnern sind die möglichen schädlichen Folgen jedoch ein Dorn im Auge. Krampfanfälle, allergische Reaktionen, Atemstillstand und Erkrankungen des Nervensystems sehen sie als mögliche Folge von Impfungen. Dabei seien die Langzeitfolgen noch gar nicht absehbar, denn Ärzte sind erst seit 2001 verpflichtet, Impfkomplikationen zu melden. Bis zum Eintritt der Impffolge vergehe außerdem häufig einige Zeit, sodass eine Verbindung zur Impfung meist nicht gesehen wird. Bezüglich offizieller Zahlen und Statistiken über Impfschäden wird deshalb eine hohe Dunkelziffer vermutet. Kritisiert wird auch die sogenannte Impfkrankheit: Wird ein Lebensimpfstoff verwendet, und ist das Immunsystem des Patienten zugleich geschwächt, besteht die Möglichkeit eines abgeschwächten Verlaufs der Krankheit, gegen die eigentlich geimpft werden sollte.

UNO deklarierte Impfen zum Menschenrecht

Neben diesen großen Streitpunkten gibt es noch andere Faktoren, die in die Überlegungen zur Impfung einbezogen werden sollten.
Artikel 24 der UN-Kinderrechtskonvention gewährleistet Kindern das höchste erreichbare Maß an Gesundheit. Auf der UN-Konferenz vom 8. bis 10. Mai 2002 in New York wurde dieses Ziel dahingehend konkretisiert, dass jedes Kind ein Recht auf (routinemäßige) Impfungen zur Gewährleistung der Gesundheit haben soll.

Nachteile für impfkritische Eltern

Weil viele Kindergärten die Impfungen mittlerweile verlangen, bekommen Eltern mit ungeimpften Kindern möglicherweise nur schwer einen Kita-Platz. Ferner gibt es gegen einige Krankheiten keine andere Präventionsmöglichkeit als eine Impfung.

Andererseits besteht insbesondere bei neuen Impfstoffen die Gefahr, dass diese noch nicht hinreichend getestet sind, sodass ein kritischer Blick lohnenswert sein kann. Als problematisch werden von Impfgegnern auch die engen Beziehungen einiger STIKO-Mitarbeiter zur Pharmaindustrie angesehen. Denn dieses in Sachen Impfung mächtige Gremium (Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut) entwickelt die Impfempfehlungen für Deutschland, an denen sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und die öffentlichen Impfempfehlungen der Bundesländer orientieren. Unter der Verbindung zu Impfstoffherstellen könnte die Objektivität der Kommission leiden.

Wer beim Thema Impfen unentschlossen ist, sollte sorgfältig das Für und Wider der Problematik abwägen und individuell für sich entscheiden, ob, wann und gegen was Sie ihr Kind impfen lassen wollen.


Eine weitere Übersicht rund um das Thema Impfen bietet das Portal Impfkritik unter www.impfkritik.de

 

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