Forschung

Kontakt zu Tieren fördert psychische Gesundheit

Langzeitstudie an der MHH Hannover
veröffentlicht am 28.10.2016

Tiergestützte TherapieTiergestützte Therapie(c) Alisara / pixelio.de
Lebendiger Kontakt mir Tieren kann bei klinisch depressiven Menschen deutlich zur Stimmungsaufhellung beitragen. Zu diesem Ergebnis kam ein Therapeutenteam an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Die Forscher untersuchen seit drei Jahren in einem Modellversuch Psychiatriepatienten, die regelmäßig Zeit mit Tieren verbringen dürfen.
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Besonders positiv ist die nachhaltige Wirkung jedes therapeutischen Besuchs im „Serengeti-Park“ Hodenhagen. Das Befinden der Patienten verbessert sich bis zu drei Wochen lang nach einem Tierkontakt, wie die Mediziner herausfanden. Hinweise darauf entnahmen sie den ausgefüllten Fragebögen aber auch den entnommen Blutproben der 150 Studienteilnehmer. Im Labor konnte nach einem Streichelkontakt mit Elefanten, Ziegen oder Giraffen eine Abnahme von Stresshormonen wie Adrenalin nachgewiesen werden. Gleichzeitig vermehrte sich die Ausschüttung des vertrauensbildenden Botenstoffes Oxytocin. Lediglich bei schwer depressiven Menschen würden sich nicht solche positiven Veränderungen ergeben, räumten die Forscher ein. Dass Tierkontakte eine positiven Einfluss auf die Gesundheit haben können, wird auch bei anderen Krankheitsbildern wie Traumatisierungen, Demenz oder bei Autismus therapeutisch angewendet.

Bislang übernehmen die Krankenkassen noch keine Kosten für therapeutisch wirksame Tierbegegnungen. So müssen diese durch Stiftungen finanziert werden, was einer breitenwirksamen Anwendung entgegensteht. Der einzige derzeit zugelassene Tierkontakt auf Rezept ist die Bewilligung eines Assistenzhundes für Blinde und Sehschwache.