Hauptregion der Seite anspringen
Klima

Tigermücken und Co. - was der Klimawandel damit zu tun hat

Was sich durch den Klimawandel ändert
veröffentlicht am 14.06.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Tigermücken nehmen zu Tigermücken nehmen zu(c) Frank Hollenbach / pixelio.de
Im Jahr 2018 gab es in Deutschland den wärmsten Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Extremes Wetter häuft sich – Hitzewellen, Überschwemmungen, Stürme und zu milde Winter. Welche gesundheitlichen Folgen bringt das veränderte Wetter mit sich?

2018-06-14T10:34:00+00:00
Werbung

Hitzewellen und zu milde Winter

Unter den Hitzewellen leiden vor allem Stadtbewohner, denn hier ist der Großteil der Flächen versiegelt. Frischluftschneisen und Grünflächen sind rar. Das Stadtklima sorgt dafür, dass es sich an heißen Tagen auch nachts nur schwach abkühlt. Bei zu großer Hitze greift die Selbstregulierung des Körpers durch Schwitzen nicht mehr - Überhitzung, Sonnenstich oder Hitzeschlag sind mögliche Folgen. Ältere Menschen leiden verstärkt unter Atemnot oder Kreislaufproblemen bis hin zum Kollaps. Auch Kleinkinder können sehr von der Hitze betroffen sein.

Generell sollte man während der Hitze immer ausreichend Flüssigkeit und Nahrung zu sich nehmen und seinen Körper nicht überanspruchen. Oft kann auch das Durchlüften in den Nachtstunden oder das Abdunkeln der Wohnräume tagsüber einen gewissen Temperaturunterschied ausmachen und nachts für einen erholsameren Schlaf sorgen.

Menschen mit Pollenallergie müssen sich aufgrund der milden Winter auf längere Pollenflugphasen einstellen. Eine Hyposensibilisierung kann helfen, die Allergie loszuwerden.

Neue Insekten – neue Krankheiten 

Milde Temperaturen führen dazu, dass sich Tiere bei uns wohlfühlen, die bislang in anderen Regionen der Welt zu Hause waren. Dazu gehört die 2007 erstmals in Deutschland entdeckte Asiatische Tigermücke, die gefährliche Viren wie Zika, Chikungunya und Dengue übertragen kann.

Gegen eine Zika-Infektion und die Tropenkrankheit Chikungunya-Fieber gibt es bislang keine Medizin und keine Impfung. Bei Denguefieber handelt es sich um die weltweit sich am schnellsten ausbreitende von Stechmücken übertragene Krankheit, an der vor allem Kinder sterben. Gegen diese grippeähnliche Erkrankung existiert mittlerweile ein Impfstoff, der einen Impfschutz zu 93 Prozent bietet. 

Mehr Risiko für FSME und Borreolose

Mehr Risiko für FSME und Borreolose durch ZeckenMehr Risiko für FSME und Borreolose durch Zecken(c) fotolia.de / Schlegelfotos
Die milderen Temperaturen im Winter begünstigen außerdem eine starke Ausbreitung von Zecken, die als Überträger von FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Lyme-Borreliose bekannt sind. War bislang eher der Süden Deutschlands betroffen, gelten mittlerweile immer mehr Gebiete im Norden als Risikoregionen. Die FSME tritt außerdem immer häufiger auch in den Städten auf.

Zeckenschutz ist also nicht nur bei Wanderungen in der Natur, sondern auch bei einem Parkbesuch sinnvoll. Ein gutes Antizeckenmittel sollte mindestens 5 Stunden wirksam sein. Die meisten erhältlichen Präparate besitzen auch einen Schutz gegen Mücken und Grasmilben. Beim Auftragen ist es wichtig, das Mittel flächendeckend auf der Haut zu verteilen.

Zu empfehlen ist außerdem eine FSME-Impfung für Menschen, die sich in Risikogebieten aufhalten. Der Impfstoff wird dreimal in unterschiedlichen Abständen gespritzt und besteht für mindestens drei Jahre. Eine Auffrischung nach drei bis fünf Jahren gewährleistet den weiteren Schutz.

Welche Kassen übernehmen die Zeckenschutzimpfung für alle? >>> Aktuelle Liste

"Kyrill" und "Friederike" – Sturmtiefs und Hochwasser

Eine weitere Folge der Erderwärmung ist die Zunahme von Hochwasserereignissen und Überschwemmungen aufgrund von Stark- oder Dauerregen. Ein Beispiel ist das Hochwasser im Mai und Juni 2013, von dem neben Deutschland auch einige andere mitteleuropäische Länder wegen hoher Pegel von der Donau bis zur Elbe betroffen waren. Solche Pegel hatte es zuletzt vor 500 Jahren gegeben. Hochwasser können ganze Regionen lahmlegen und auch Todesopfer fordern. Zudem können Überschwemmungen die Trinkwasserqualität negativ beeinflussen.

Eine Zunahme der Häufigkeit von Stürmen ist seit einigen Jahren zu beobachten. Beispiele in Deutschland sind das Sturmtief Kyrill Anfang 2007 und der Orkan Friederike im Januar 2018 mit den bekannten Folgen. 

Treibhauseffekt, Dürre und Klimawandel

Beim Treibhauseffekt ist zwischen natürlichem und anthropogenem, also menschengemachtem zu unterscheiden. Während der natürliche Effekt das Leben, wie wir es kennen, überhaupt erst ermöglicht, sorgt der künstliche für eine ungesunde Erwärmung. Natürliche Klimawechsel bestimmten das Leben auf der Erde seit jeher und führten auch zum Aussterben vieler Arten. Den dramatischen Veränderungen in so kurzer Zeit waren viele Tiere und Pflanzen nicht gewachsen. Ein prominentes Beispiel ist das Aussterben der Dinosaurier.

Seit der Industrialisierung mischen die Menschen allerdings ordentlich mit, indem sie vermehrt Treibhausgase in die Atmosphäre einbringen und große Waldflächen roden, die als natürlicher CO2-Speicher dienen. Auch die erwärmten Ozeane können weniger CO2 speichern und durch schmelzendes Methaneis wird Methan verstärkt freigesetzt. Die Treibhausgase lassen die kurzwellige Strahlung der Sonne zwar größtenteils hindurch, die von der Erdoberfläche reflektierte Infrarotstrahlung allerdings nur anteilig zurück in das Weltall. Stattdessen absorbieren sie die Strahlung und senden sie zurück zur Erdoberfläche, was eine Erwärmung dieser verursacht.

Für Deutschland erwarten der Weltklimarat (IPCC) und der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU) künftig eine Mehrung und Intensivierung von Unwetterereignissen und Hitzeperioden. Hochwasserschutz und intelligente, wassersparende Bewässerungssysteme werden daher immer wichtiger. Aber auch längere Dürreperioden sind zu erwarten: Sie können zu Wasserknappheit führen. Für einige Landwirte bedeutet das große Einbußen bei der Ernte. Effekte wie in den afrikanischen Dürregebieten könnten entsehen: Ausgetrocknete Böden sind dann selbst bei Starkregen nicht in der Lage, das Wasser aufzunehmen. Statt im Boden zu versickern, läuft es in die Oberflächengewässer ab.


 

 

Bewerten Sie uns 4,8 / 5

2847 Besucher haben in den letzten 12 Monaten eine Bewertung abgegeben.