Freiwillige Versicherung

Personen, deren Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung endet, können sich freiwillig gesetzlich krankenversichern. Eine freiwillige Versicherung ist u.a. für folgende Personengruppen möglich:

Arbeitnehmer, die erstmals eine Beschäftigung innerhalb Deutschlands aufnehmen und deren Gehalt von Anfang an die Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt, können sich ebenfalls freiwillig versichern. Dies gilt sowohl für Berufseinsteiger als auch für Arbeitnehmer aus dem Ausland.

Der Beitritt zur freiwilligen Versicherung muss innerhalb einer Frist von 3 Monaten nach Ende der Versicherungspflicht beantragt werden.

Arbeitnehmer, die bereits gesetzlich versichert sind und aus der Versicherungspflicht ausscheiden (z.B. am Ende des Kalenderjahres wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze), können binnen zwei Wochen nach einem entsprechenden Hinweis durch die Krankenkasse ihren Austritt erklären, vorausgesetzt, sie können eine anderweitige Absicherung im Krankheitsfall nachweisen. Nach Ablauf dieser Frist setzt sich die bestehende Mitgliedschaft automatisch als freiwillige Versicherung fort. Früher mussten dafür zusätzlich bestimmte Vorversicherungszeiten erfüllt werden, seit Ende 2013 ist dies nicht mehr nötig.

Beiträge für Arbeitnehmer in der freiwilligen Krankenversicherung

Bei der Beitragsbemessung von freiwillig versicherten Arbeitnehmern wird – anders als bei Pflichtversicherten - die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Mitglieds berücksichtigt. Es sind somit nahezu alle Einkünfte des Versicherten beitragspflichtig, u.a.:

  • Arbeitsentgelt
  • Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen (z.B. Zinserträge, Dividenden)
  • Beamtenbezüge
  • Empfangene Unterhaltszahlungen

Freiwillig versicherte Arbeitnehmer tragen die Krankenversicherungsbeiträge in voller Höhe allein. Allerdings erhalten freiwillig Versicherte, die aufgrund eines Arbeitsentgelts oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei sind, von ihrem Arbeitgeber einen Zuschuss zur Krankenversicherung.

Der Gesetzgeber geht von einem monatlichen Mindesteinkommen in Höhe von 921,67 Euro aus, selbst wenn das tatsächliche Einkommen des Versicherten unterhalb dieses Betrags liegt.

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